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emco: deutsch >Know-how >Sprechen und Schreiben >Zeitung machen >Das Grundrezept >

Das Grundrezept

Auch wenn Zeitschriften immer mehr den Eindruck gedruckten Fernsehens erwecken (wollen), wäre es (nicht nur weil in den meisten Schulen auf Grund technischer Voraussetzungen da ohnehin nicht mitgehalten werden könnte) von Vorteil,

Inhalte in den Vordergrund zu rücken. Handelt es sich nicht um eine einmalige Schwerpunktnummer/Projektzeitung, bei der sich die Frage nach den zu behandelnden Themen gar nicht stellt, weil ausschließlich über die Schulland-, die Sportwoche oder ein ganz konkretes Projekt berichtet wird, so bitte der Themenfindung viel Zeit einräumen.
(Übrigens ein äußerst gelungenes Beispiel einer weit über die Grenzen der eigenen Schule hinaus interessanten Projektzeitung stellt die der PHS St. Marien (Wien-Mariahilf) dar. "Hot - Hotter - Potter" hält nicht nur die Stationen des Projekts rund um den "Zauber-Lehrling" sondern viel Lesenswertes darum herum fest. (Ansichtsexemplare findet ihr im Schülerzeitungsarchiv im media wien - Medienatelier). Regelmäßig themenzentriert - in knapperer Form - arbeitet die Computer-Hauptschule Wieselburg (NÖ). Dort wird - jeweils auf Vorschlag von Schülerinnen/Schülern - eine sogenannte 1 S Zeitung produziert (wie sich der Preis in Cents gestalten wird?). Sie besteht aus genau einem - beidseitig bedruckten - A4-Blatt. Beispielsweise erschien im November 2001 eine solche Zeitung zum Terror in New York.
Dabei könnten auch vielfältige multilinguale Sprachkompetenzen der Schülerinnen/Schüler genutzt werden - Gedichte, Geschichten oder Witze in mehreren Muttersprachen der Kids samt Übersetzung - was den Stellenwert der jeweiligen Kids ebenso erhöht wie es bei anderen ansatzweise ein Gefühl für diese Sprache(n) auslösen kann.
Genauso könnten diese Kids vielleicht sehr konkrete Storys über ihre Herkunftsländer beitragen - sei es aus eigenem Erleben oder aus Erzählungen, Gesprächen mit Verwandten (evtl. nach Ferienaufenthalten bei Großeltern, ...). Es wäre dies vielleicht auch eine Möglichkeit, Migrantinnen-/Migranten-Eltern einzubinden, einzuladen, in der Klasse zu erzählen.
Den Humor nicht vergessen! Ironische, witzige, in "verkehrten" oder fantastischen Welten spielende Schulstunden, Schulordnungen, Horoskope sind meist lustvolle Arbeiten.
Ansatzpunkt Nummer 1 sollten Interessen, Vorlieben und (Spezial-)Kenntnisse der jungen Redakteurinnen/Redakteure sein. Ob die Vorstellung von Lieblingsbüchern, -filmen, -sendungen, -serien, -theaterstücken, -internetseiten, -chats, -stars, -spielen, -sportarten, Ländern, (einzelnen) Menschen oder Tieren, Berichte und Reportagen von (außer-)schulischen Projekten, Aktionen, Rätsel, Scherze, Witze, ... - was auch immer: Gut, wenn sich Schreiberinnen/Schreiber bei ihrer Sache auskennen. Aber:
Sie müssen nicht alles wissen. Die Produktion einer Zeitung hat auch den Vorteil, Nachfragen, "Bohren", also kurz Recherchieren zu erlernen bzw. zu üben. In welchem Lexikon oder Buch kann ich lesen, was ich (noch) nicht weiß? Wie und wo finde ich fehlende Informationen im Internet? Wen (in der Schule, im Bekanntenkreis) kann ich dazu befragen oder welche Institution (Tiergarten, Geschäft, Amt, Behörde, ...) anrufen bzw. anmailen und wo bekomme ich die dafür erforderliche Telefonnummer/E-Mail-Adresse her?
Bei jedem möglichen Thema empfehlen sich noch zwei Überlegungen: Interessiert es auch andere? bzw. wenn nicht, kann der Beitrag dazu führen, dass sich Leserinnen/Leser dadurch für die angesprochene Materie erwärmen können? Kann dieser Beitrag Informationen bieten, die entsprechend Interessierte nicht ohnehin woanders besser und schneller bekommen (haben)? Verwiesen sei hier auf das in der Vorbemerkung erwähnte Beispiel eines wichtigen Fußballspiels, wo die Schülerinnen/Schüler-Zeitung jedenfalls "zu spät" kommt. In solchen Fällen kann sich aber durchaus auch einmal ein anderer Gesichtspunkt finden, unter dem so eine Story vielleicht wieder spannend wird. Vielleicht hat ja einer der Spieler in seiner Jugend gerade diese Schule besucht, oder er ist der Onkel von jemandem, der in diese Schule geht, und du dadurch so an Informationen herankommst, die sonst kein Medium hat(te). Oder es war jemand selber wenigstens Live Zuschauer auf dem Fußballplatz, nicht nur vor dem TV-Monitor und kann seine Stimmung oder die der Umstehenden ganz hautnah und persönlich schildern ...
Leserinnen/Leser-Umfrage: Möglich ist es auch, bei der Themensammlung die potenzielle Leserschaft nach deren Wünschen und Vorlieben zu befragen.

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