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Sprachenvielfalt durch Zuwanderung – ein verschenkter Reichtum in der (Arbeits-)Welt?

Autorin: Gogolin, Ingrid
Erschienen: Bonn, 2001
Quelle: "Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund", Good Practice Center Workshop am 24./25. September 2001 in Bonn. http://www.ingrid-gogolin.de.

Abstract

Die Mehrsprachigkeit Zugewanderter genießt in Deutschland kaum gesellschaftliche Anerkennung. Die meisten Migrantensprachen werden hierzulande weder an den Schulen gelehrt noch in einen rechtlich anerkannten Status erhoben. Sie sind in diesem Sinn auf deutschem Boden illegitime Sprachen, und ihre Praxis gilt als illegitimer Sprachgebrauch. Am Beispiel einer Jugendlichen portugiesischer Herkunft erläutert die Autorin, wie mehrsprachige Jugendliche trotz gesellschaftlicher Geringschätzung versuchen, aus ihrer Kompetenz Gewinn zu ziehen. Dabei begünstigt die Entstehung "transnationaler sozialer Räume" Legitimierungsprozesse mehrsprachiger Lebenspraktiken. Die Autorin fordert in diesem Zusammenhang eine Sprachpolitik, die den sprachlichen Reichtum in Deutschland vermehrt und die vorhandenen Ressourcen aufgreift anstatt sie zu verschenken.

Der Text als:   pdf   html   sxw
 

Gogolin, Ingrid

Prof. Dr. Ingrid Gogolin (* 1950) studierte zunächst für das Lehramt (Deutsch als Fremdsprache und Englisch) und danach im Diplomstudiengang Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. Sie promovierte 1987 und habilitierte sich 1991 mit der Schrift: "Der monolinguale Habitus der multilingualen Schule". Seit 1994 ist sie Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, deren Vorsitz sie zwischen 1998-2002 führte. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung, interkulturelle Bildung, Mehrsprachigkeit und international vergleichende Bildungsforschung.

Veröffentlichungen: "Linguistic and Cultural Diversity in Europe: a challenge for educational research and practice" (2002), "Migration, gesellschaftliche Differenzierung und Bildung. Resultate des Forschungsschwerpunktprogramms FABER" (hrsg. 2000), "Man schreibt, wie man spricht". Ergebnisse einer international und interkulturell vergleichenden Fallstudie über Unterricht in vielsprachigen Klassen. (hrsg. 2000)

 

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