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Die Geschichte des Internet


1958
Die ARPA (Advanced Research Projects Agency) in den USA wird gegründet. Sie sollte vor allem sicher stellen, dass die USA wieder eine Vormachtstellung in der Raumfahrtindustrie bekam, nachdem die Sowjets ihren "Sputnik" ins All geschossen hatten. Wenig später wird für dieses Vorhaben die NASA gegründet und die ARPA widmet sich hauptsächlich der militärischen Grundlagenforschung, d.h., die Entwicklung von Computern.

1964
Paul Baran von der Firma RAND Corporation entwickelt für die US Air Force das sogenannte Dezentrale Netzwerk mit digitaler Informationsübertragung, bei der die Daten in kleinen Paketen durchs Netz auf möglicherweise unterschiedlichen Wegen zum Zielcomputer gelangen und dort wieder zu einer sinnvollen Information zusammengesetzt werden würde.

Es sollte gegenüber äußeren Störungen, z. B. Zerstörung einzelner Rechner durch Atomschläge, weit unempfindlicher sein, da einzelne defekte Datenleitungen nicht unbedingt einen kompletten Zusammenbruch des Netzes zur Folge hatten.

Das US-Verteidigungsministerium bestand aber auf eine einheitliche Lösung für die gesamten US-Streitkräfte. Ebenso bestanden die Techniker des Telefonmonopolisten AT&T darauf, dass ein digitales Netz nicht realisierbar sei.

1966
Die ARPA finanzierte bislang eine Reihe von Großrechnern der amerikanischen Universitäten. Um Kosten zu sparen sollen nun die Daten einerseits allen Hochschulen gleichzeitig zur Verfügung gestellt und andererseits die Universitäten jeweils einen Zugang zu einem einzigen Großrechner angeboten werden.

1968
Die ARPA macht eine Ausschreibung an 140 US-amerikanische Firmen: Zunächst sollen bis Ende 1969 vier , später dann 19 Rechner vernetzt werden. IBM und AT&T sowie 90 Prozent der angeschriebenen Unternehmen halten dies für unmöglich.

Die Firma BBN nimmt schließlich den Auftrag an und vernetzt so genannte IMPs (Interface Message Processors).

1969
Vier Rechner in Kalifornien und Utah sind vernetzt. Das ARPAnet ist realisiert. So kommunizieren mit Hilfe des Telnet-Protokolls, damit lassen sich Rechner von anderen Rechnern aus fernsteuern.

1970
Auf Hawaii und in Frankreich etablieren sich unabhängige Netzwerke, die nichts mit der Entwicklung der ARPAnets zu tun haben. Diese Netzwerke lassen sich jedoch noch nicht verbinden.

1971
23 Rechner sind vernetzt. Der Krieg in Vietnam ist aber inzwischen wichtiger geworden und das ARPAnet führt ein Schattendasein. Ein Netzzugang kostet 100 000 Dollar pro Jahr!

1972
Eine Software zum Versenden von elektronischen Briefen wird von dem BNN-Mitarbeiter Raymond Tomlinson erfunden. Er setzt auch das @ (at) ein, um Name des Adressaten und die Rechneradresse im Netzwerk zu trennen.

1973
35 Rechner sind vernetzt.

1974
Der Mathematiker Robert Kahn und der Computerspezialist Vinton Cerf erfinden eine "Übersetzungssprache" für die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen bisher isolierten Netzwerken: das Transmission Control Protocol (TCP). Wenig später wird daraus das TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol). Merkmal dieses Protokolls ist die Datenübermittlung in kleinen Datenpaketen.

1975
Die erste Diskussionsgruppe über das Internet wird von Stephen Walker (ARPA) ins Leben gerufen. Die elektronische Diskussionsgruppe "MsgGroup" ist ein schwarzes Brett im Netz, auf dem alle E-Mails der anderen Schreiber gelesen und beantwortet werden können. Parallel dazu entwickeln sich fortan unzählige Diskussionsgruppen im Internet.

1977
Das ARPAnet, San Francisco Bay Packet Radio Net und das SATNET (Satellitenverbindung zwischen USA und GB) werden miteinander verbunden.

1978
Das "USENET" wird ins Leben gerufen. Es ist ein Diskussionsbrett mit verschiedenen Diskussionsforen ("Newsgroups"), unabhängig von "MsgGroup" der ARPA. Voraussetzung ist lediglich ein Rechner, der mit dem Betriebssystem "UNIX" läuft und ein Telefonanschluss.

Das französische Datennetz TRANSPAC entsteht, es hat als Übertragungsprotokoll nicht das TCP/IP sondern ein Protokoll der ISO: X.25.

1979
Die National Science Foundation (NSF), schafft ein Netz (CSNET, Computer Sciences Net), das die Informatikfakultäten der USA verbindet.

1980
15 Rechner sind an das USENET angeschlossen. Das britische Netz PSS entsteht.

1981
188 Rechner mit ca. 500 000 User sind im Internet vernetzt.

1983
Das ARPAnet wird geteilt: "MILnet" übernimmt den militärischen Datenverkehr, während das zweite Teilnetz den Namen ARPAnet beibehält.

1984
In Europa wird das "EARN" (European Academic Research Network) in Darmstadt etabliert.

1985
Ein landesweiten US-Forschungsnetz, das NSFNET, wird durch die NSF gegründet. Als Grundlage für das NSFNET wird das TCP/IP-Protokoll gewählt. 1300 Rechner sind an das USENET angeschlossen.

1986
Zur genauen Adressierung der Rechner werden durch Vertreter der Regierung und Firmen die "Top Level Domains" (TLD) ins Leben gerufen. Dahinter verbergen sich Kürzel für Länder oder bestimmten Einrichtungen (.de für Deutschland, .com für Unternehmen, etc.)

1988
"Eunet" in Dortmund und "XLink" in Karlsruhe sind die ersten deutschen Internet-Provider.

1989
159.000 Rechner sind in wissenschaftlichen und staatlichen Einrichtungen weltweit im Internet vernetzt.

Timothy Berner-Lee, Mitarbeiter am Kernforschungszentrum in Genf, steht vor folgendem Problem: 7000 Mitarbeiter des CERN sind nicht unmittelbar auf dem Stand, wer gerade an welchem Projekt arbeitet. Die Informationen darüber lassen sich nur sehr umständlich miteinander austauschen. Ebenso verhält es sich zu dieser Zeit noch im Internet.

Er entwickelt ein Programm, mit dem Daten eindeutig in anderen Rechnern auffindbar und dadurch Verlinkungen zwischen den Dateien möglich sind und nennt das Programm WWW (World Wide Web). Das Prinzip des Hypertexts rückt in erreichbare Nähe. Leider interessiert diese Möglichkeit niemand.

1990
Das ARPAnet wird abgeschafft. Das deutsche Forschungsnetz WiN entsteht.

1991
Barner-Lee veröffentlicht WWW-Software im Internet. Die "Hypertext Markup Language" (HTML) dient der Programmierung verlinkbarer Internetseiten und wird von der Internet-Gemeinde sofort übernommen.

1992
1 Million Rechner sind im Netz.
Am 23. November wird durch eine Initiative des US-Abgeordneten Rick Boucher das Internet, das bisher aus amerikanischen Steuergeldern finanziert wurde, frei und öffnet es dem Kommerz. Die erste Suchmaschine "Veronica" entsteht. Erste Audio- und Videosendung im Netz.

1993
"Hypertext" ist zum Standard der Internet-Kommunikation geworden. Marc Andreessen erfindet den ersten Internet-Browser "Mosaic" im Genfer Kernforschungszentrum CERN. Mehr als 2 Millionen Rechner sind im Netz.

1994
Der Browser "Netscape Navigator" wird herausgebracht.

1995
Soldaten an der Front können Online mit ihren Familien in USA kommunizieren. Die Firma SUN bringt die Programmiersprache "Java" heraus. Top 10 Level-Domainen nach Host-Zugriff sind: com, edu, net, gov, mil, org, de, uk, ca, au. Durch die Real-Audio-Technologie kann nun über das Netz Musik und Video in Echtzeit konsumiert werden.

1996
Mehr als 16 Millionen Rechner sind im Netz.

Erlassene Beschränkungen im Internet weltweit:
China: Internet Provider und Internet Benutzer werden polizeilich registriert.
Deutschland: verschiedene Nachrichtengruppen bei Compuserve werden vom Netz geschaltet.
Saudi Arabien: es werden Internet-Anschlüsse an Universitäten und in Krankenhäusern beschränkt.
Singapur: politische und religiöse Provider werden staatlich registriert.
Neu Seeland: Datenträger werden zu "Veröffentlichungen" deklariert und können somit zensiert werden.
Grundsätzliches: weltweite Überwachung der Menschenrechte.

1997
71618 "mailing lists" sind registriert bei LISZT, der Direktion für mailing listen.

1998
Mehr als 36 Millionen Rechner sind im Netz.

1999
Das 'SETI @ Home' - Projekt wird am 17. Mai gestartet. Der erste Versuch auf die Rechenkraft der zahllosen Computer am Netz zuzugreifen. Hierbei sollen alle Daten, die von Radioteleskopen in der ganzen Welt gesammelten Informationen ausgewertet werden, um extraterrestrisches Leben aufzuspüren. Ein einzelner Großrechner würde für die Verarbeitung der Daten Jahrhunderte benötigen.

2001
Weit über 15 000 Newsgroups im USENET. Über 2 236 243 Rechner sind in Deutschland registriert am Internet.

Polizei zerschlägt weltweiten Kinderpornoring im Internet. Der Vertrieb und der Kontakt erfolgte ausnahmslos über das WWW. Daher waren alle herkömmlichen Überwachungsmethoden bislang erfolglos. Erst als ein Laptop beschlagnahmt wurde, kam man über mehr als 16 000 Pornofotos, 300 Videos und 2000 E-Mail-Adressen auf mehr als 80 Tatverdächtige allein in Deutschland.

Der Terrorexperte des Bundesnachrichtendienstes, Dieter Kaundinya, zeichnete im Zusammenhang mit dem Krieg in Afghanistan das Szenario eines "Cyber-Wars". Die Terroristen könnten mit einem massiven Angriff auf die Datennetze die Infrastruktur in Deutschland lahmlegen. Dies hätte großflächige Stromausfälle und Fehlsteuerungen von Zügen zur Folge.

Nach Einschätzung von US-Behörden kommunizieren Terroristen über das WWW, indem sie unter anderem Botschaften in Bildern oder Musiktiteln verstecken. (Steganografie)

Die Universität Trier ist einer der ersten Hochschulen in Deutschland, die Vorlesungen über das Internet anbieten. Gezeigt werden das Live-Bild des Dozenten und den präsentierten Lernstoff.

Der wichtigste Internetknotenpunkt ist New York, der wichtigste in Deutschland Frankfurt.

Die Internet-Site www.rache-ist-suess.de ist ein moderner Online-Pranger, auf dem sich über missliebige Personen ausgelassen werden kann.

2003
Google gilt als beste und erfolgreichste WWW-Suchmaschine.

Autor: Andreas Konitzer

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