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Schülerzeitungslandschaft in ÖsterreichDie Diskussion innerhalb der österreichischen Schülerzeitungslandschaft ist derzeit davon geprägt, welche Funktion ein Printmedium innerhalb der Schule im Internetzeitalter noch haben kann. media wien
Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Österreich einen Boom auf dem Schülerzeitungssektor in den Jahren vor der Verbreitung des Webs erlebt hat. Die "Gewerkschaftgruppe Schülerzeitungen" innerhalb der Journalistengewerkschaft zählte 1982 über 1500 Mitglieder zwischen 14 und 23 Jahren, die alle aktiv an Schülerzeitungen, vor allem an Allgemeinbildenden Höheren Schulen und Berufsschulen, beteiligt waren. Dieser Gruppe gelang es auch, bei der Umwandlung des veralteten österreichischen "Pressgesetzes" in ein moderneres "Mediengesetz" im Jahre 1980 ihre Interessen nach Zensurfreiheit durchzusetzen. Seither können Schülerzeitungen ohne Einhaltung von Formvorschriften, sogar ohne Impressum oder Namensnennung von "verantwortlichen Redakteuren", erscheinen. Auch der freie Vertrieb innerhalb der Schule ist gewährleistet und die Schülerzeitung darf nicht aus dem Schulhaus verbannt werden.
Leider führten diese neuen Freiheiten zu keinem weiteren Aufschwung der Schülerpresse, da sie mit keinerlei Förderungsmaßnahmen verbunden waren.
Selbst der österreichweite "Förderpreis für Schülerzeitungen" des Bundesministeriums für Unterricht wurde in den folgenden Jahren "eingespart". Die "Nachdenkpause", die man sich dort selbst verordnet hat, dauert bis heute an. Beim Bundesland Niederösterreich gibt es eine Förderung von Schülerzeitungen durch ein Inserat pro Jahr. Schülerzeitung
Die Ratlosigkeit, wie die Schülerzeitungen gefördert werden könnten, spiegelt sich in der Gründung und Auflösung verschiedener Jugend- und Schülerpresse-Verbände wider, die ohne die Möglichkeit zu Treffen und Fortbildungsveranstaltungen ein Schattendasein führen. Jüngster Versuch im Februar 2004: Jugendpresse
So bleibt es den Schülerorganisationen der beiden großen österreichischen Parteien, der ÖVP-nahen "Schülerunion" und SPÖ-nahen "Aktion Kritischer SchülerInnen" (AKS) vorbehalten, die Schülerzeitungsszene zu unterstützen. Die "Schülerunion" sponsert die Schülerzeitungsplattform www.schuelerzeitung.at, bei der den Schülerzeitungen auch Webspace für ihre Homepages zur Verfügung gestellt wird. Die Vorsitzende der österreichischen Bundesschülervertretung, "Bundesschulsprecherin" Selma Schmid, die aus der "Aktion Kritischer SchülerInnen" kommt, hat die Gründung von 100 neuen Schülerzeitungen an die Spitze ihres Arbeitsprogramms für das Schuljahr 2004/05 gestellt. Die AKS betreibt die Plattform sz-network.
Positiv ist die Entwicklung an den österreichischen Pflichtschulen, wo von der Grundschule an, meist unter Anleitung engagierter Lehrerinnen und Lehrer, eine große Anzahl von Schul-, Klassen- und Projektzeitungen entsteht. Durch die altersgerechte Anwendung der verschiedensten Produktionsmethoden entsteht eine große Vielfalt von Zeitungen, von der handbemalten Klassenzeitung bis zur selbst gedruckten plakatartigen Zeitung der Freinet-Pädagogik. media wien
Einen Überblick über besonders gelungene Schülerzeitungen bietet der Verein ZiS ("Zeitung in der Schule") einer Initiative des "Verbandes der österreichischen Zeitungen" ZiS.
Eine ausführliche Zusammenstellung über die Probleme bei der Gründung von Schülerzeitungen gibt es beim Bildungsservice des Bundeslandes Tirol Bildungsservice.
Autor: Christian Berger, media wien
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