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Mehrsprachige Videoarbeit

Hier finden Sie praktische Beispiele für mehrsprachige Videoprojekte, die auch in größeren Gruppen oder Klassen durchgeführt werden können.

Begrüßungskreis
Wo ist - was ist - warum ist ...? Hää ...?
Synchronisieren von Videos
Mund-Wörterbuch
Video-Dokumentation
Mehrsprachiger Episoden-Film

Begrüßungskreis

Hier kann jedes Kind der Gruppe eine spezielle Begrüßung in seiner Sprache formulieren und inszenieren. Die Aufnahme erfolgt auf einmal ohne Zwischenstopp mit der Kamera auf einem Stativ.

Die Vorbereitung des Begrüßungskreises:
Die Kinder sitzen im Kreis. Die Kamera befindet sich bereits auf einem Stativ in der Mitte des Kreises und ist nach außen gerichtet.

Erfinden einer verbalen Begrüßung:
Die Kinder überlegen sich eine Begrüßung in ihrer eigenen Muttersprache. Sie können sich dabei auch mit Namen vorstellen und via Kamera andere grüßen lassen oder ein lustiges Sprüchlein von sich geben.

Beispiele:
Guten Tag, ich heiße Magdalena. Wie geht es euch Stachelschweinen?
How do You do, folks? I'm Ivona. What's going on?
Hallihallo, Leute. Vor euch steht Mirko! Habt ihr heute schon gelacht?
Dzień dobry! Nazywam się Pawel. A ty?

Erfinden einer speziellen Körperbewegung zur Begrüßung:
Auch der Körper kann mitspielen. Alles ist möglich - klassische Verbeugung ebenso wie ein Sprung oder eine spezielle Handbewegung, je komischer, desto besser für die Kamera.

Der Begrüßungskreis entsteht / Justieren der Kamera:
Die Kinder stellen sich im Kreis auf und probieren - jedes für sich - die jeweilige Begrüßung. In der Zwischenzeit wird die Kamera mittels Zoom so eingestellt, dass ein Kind jeweils mit Oberkörper im Sucher/Display zu sehen ist.

Die Bodenmarkierung des Aufnahmepunkts auf der Kreislinie: Mit Klebeband wird an einem beliebigen Punkt der Kreislinie, auf der die Kinder stehen, ein deutliches Zeichen aufgetragen (am besten zwei Striche), auf das die Kinder bei der Aufnahme nacheinander steigen werden. Je kleiner das Zeichen ist, desto zentrierter werden die Kinder im Bild erscheinen. Die Kamera wird nämlich genau auf dieses Zeichen gerichtet und bleibt dann während der gesamten Aufnahme unbewegt.

Der Begrüßungskreis setzt sich in Bewegung:
Die Kinder beginnen nun, im Kreis zu gehen, wobei ein Kind nach dem anderen kurz auf der Bodenmarkierung zum Stehen kommt.In diesem Augenblick ist es auch im Bild der Kamera. Nun muss versucht werden, die Begrüßungen miteinzubeziehen. Wenn ein bestimmtes Kind die Bodenmarkierung betritt, hält es ein. Gleichzeitig stoppt der ganze Kreis. Es blickt in die Kamera und hätte nun Zeit für die Begrüßung. Diese aber sollte erst in der zweiten Etappe geprobt werden. Danach steigt es aus der Markierung, womit sich wieder der gesamte Kreis weiterbewegt, bis das nächste Kind die Markierung betritt. Oft helfen kurze Anweisungen wie "jetzt weiter" und "jetzt stopp". Kleinere Kinder können sich auch die Hand reichen, wenn sie nicht auf der Markierung stehen. Dann wäre die Bewegung mit einem Kreistanz vergleichbar.

Proben der Begrüßung im Kreis:
Nachdem die Bewegung der Kinder einige Male "trocken" durchgeprobt wurde, kommt die Begrüßung hinzu. Wenn ein Kind in/auf die Markierung tritt, beginnt seine Begrüßungsszene. Nach Beendigung verlässt es die Markierung, und das nächste Kind ist an der Reihe.

Die Videoaufnahme:
Dieses Spiel hat eine durchgehende Aufnahme ohne Zwischenstopps zum Ziel. Wird die Kamera eingeschaltet, beginnt das Kind, das gerade auf der Markierung steht mit seiner Begrüßung.

Aufnahmestart -2 Sekunden-Pause - dann Handzeichen: Viele Kameras beginnen nicht sofort, wenn der Aufnahmeknopf betätigt wird. Es kommt zu einer Verzögerung von bis zu 2 Sekunden. Deshalb kann sich die aufnehmende Person (Betreuungsperson) so vorgehen. Es wird zunächst ein Handzeichen ausgemacht. (Zum Beispiel kann mit dem Finger auf die Akteurinnen/Akteure gezeigt werden, oder man/frau klatscht lautlos in die Hände.).

Beispiel zur Handlungsabfolge für die aufzunehmende Person:
Aktion 1: Frage, ob alle bereit sind zu agieren).
Aktion 2: Betätigen des Aufnahmeknopfs
Aktion 3: Ungefähr 2 Sekunden warten
Aktion 4: Handzeichen - die Kinder beginnen zu agieren

Laut sprechen:
Da in den meisten Fällen nur das Mikrofon auf der Kamera die Stimmen der Akteurinnen/Akteure aufnimmt und die Kamera weiter von ihnen entfernt ist als bei Tonaufnahmen, sollen die Kinder laut sprechen, damit sie deutlich verständlich sind.

Ende der Aufnahme:
Nachdem das letzte Kind seine Begrüßung durchgesprochen hat, ist die Aufnahme zu Ende. das Kind, das auf der Markierung begonnen hat, tritt nicht mehr auf dieselbe, sondern wartet davor.

2 Sekunden warten - dann Abschalten der Aufnahme: Auch hier ist es gut, 2 Sekunden verstreichen zu lassen, ehe abgeschaltet wird. Manche VHS-Kameras spulen nämlich bei "Stopp" ein wenig zurück, und so könnten die letzten Sekunden der Aufnahme bei einer neuerlichen Aufnahme gelöscht werden.

Ansehen der Aufnahme:
Die Kamera wird nun an den Fernsehapparat angeschlossen. Die Aufnahme wird mindestens zweimal vorgespielt. beim ersten mal werden die Kinder naturgemäß auf ihre eigenen Szenen achten, beim zweiten Mal schon auf das Ganze, auf die Abfolge der Sprachen und die begleitenden Körperbewegungen.

Technische Tipps zu Beleuchtung:
Zu grelles Licht macht die Gesichter weiß und fahl. Es ist auch kein professionelles Scheinwerfer-Equipment erforderlich. Der Ort der Markierung im Raum (jene Stelle also, die aufgenommen wird) muss einfach gut gewählt werden, nicht den Fenstern gegenüber, nicht vor den Fenstern, eher seitlich, auch wenn dabei das Licht nur von einer Seite kommt.

Erweiterungsmöglichkeiten:
Die Grundform des Begrüßungskreises arbeitet bewusst mit den einfachsten Mittel der Selbstdarstellung in Ton und Bild. Die Wortspende Begrüßen-Vorstellen-Sprüchlein und eine illustrierende Geste als Bildinszenierung kann schrittweise erweitert werden.

Beispiele für textliche Erweiterungsmöglichkeiten:
Vorstellen von Hobbys
Lieblingsspeisen
Lieblingskleidung
Stellen eines Rätsels
Motto des Tages
Tipps für Verliebte

Beispiele für bildszenische Umsetzungen:
Typische und interpretierende Handbewegungen
Verwendung spezieller Kleidungsstücken oder Maskierungen
Verwendung spezieller Requisiten

Um die "Dynamik des Weiterkreisens" zu akzentuieren, könnten die Kinder zwischen den Einzelbegrüßungen jeweils klatschen, während sie "um eine Stelle" weitergehen.

Variationsmöglichkeiten:
Die Form des Kreises, die im Trubel der Geschehens möglicherweise nicht immer beibehalten werden kann, könnte auch durch eine Reihe ersetzt werden. Wichtig ist, dass es auch hier die Markierung gibt und die Kamera darauf gerichtet ist.

Wo ist - was ist - warum ist ...? Hää ...?

Grundannahme ist, dass Leute, denen eine wichtige Frage gestellt wird, diese nicht beantworten können und darüber hinaus auch das selbe Problem haben. Für die Frage stehen alle Sprachen, die in der Gruppe gesprochen werden, zur Verfügung. Die Sprache der Antwort richtet sich nach der Frage.
Das Spiel funktioniert mit jeweils zwei Aufnahmeeinstellungen, zwischen denen die Kamera immer hin- und herschwenkt. Dabei bieten sowohl die Frageszenen als auch die Antwortszene jeweils textliche und bildszenische Überraschungen.

Gleichbleibendes Ambiente / Ablauf in allen Szenen:
Eine Person betritt plötzlich ein Zimmer, stellt eine Frage, etwa "Wo ist der Chef?". Die Angestellten, als lockerer Haufen liegend, lümmelnd, dösend, antworten im Chor: "Wissen wir nicht!" oder "Ist heute auf Reisen!" oder "Hat gekündigt". - Diese Szene beinhaltet mehrere Überraschungsmomente. Wer kommt zur Tür herein? Welche Frage wird gestellt? Wie reagieren die Befragten?

Inszenatorische Pointe:
Der Witz an der Sache ist, dass die Befragten das selbe Problem haben und es, bevor sie reagieren, mit ihrer Körperhaltung und Tätigkeit vorwegnehmen. Der Schwenk der Kamera von Fragesteller/in zu den Befragten ist daher ein zentraler und spannender Moment in diesem Spiel.

Ideenfindung:
Die Kinder erfinden gemeinsam einige Fragen und passende Reaktionen, die notiert und übersetzt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass alle vorhandenen Sprachen miteinbezogen werden.

Beispiele für Fragen und Reaktionen:
Frage: "Was ist mit der Heizung los?"
Antwortende frieren, zittern, teils in Decken gehüllt: "Wissen wir nicht!"
Frage: "Wo ist meine Jause (Brotzeit)?"
Antwortende kauend sich den Mund abwischend: "Ach so, das war Ihre?"
Frage: "Warum sind meine Haare nass?"
Antwortende mit aufgespannten Regenschirmen: "Schauen Sie mal nach oben!"
Fragende/r den Pullover über den Kopf gezogen, sodass es aussieht, er/sie hätte keinen Kopf: "Wer war das?"
Antwortende ebenfalls 'ohne Kopf': "Das wollten wir Sie gerade fragen!"
Frage: "Wo ist das WC?"
Antwortende, die es sichtlich drängt, ihr Geschäft zu verrichten: "Ja, wo, wo?"

Aufteilung in verschiedene Sprachen:
Wenn beispielsweise eine Frage auf türkisch gestellt wird, müssen die Befragten gemeinsam türkisch antworten. Das ist nicht schwer, weil die Antwortsätze jeweils kurz sein sollen. Auch könnte oft das Stereotyp "Wissen wir nicht!" eingesetzt werden. Nun muss geklärt werden, welche Fragen in welcher Sprach gestellt werden sollen. Dabei ist darauf zu achten, auch Sprachen, die in der Minderheit sind, miteinzubeziehen. Oft kommt es vor, dass zum Beispiel nur ein Kind Albanisch oder Ghanesisch spricht. Diese Kinder sollte auch die Chance bekommen, ihre Frage in der Muttersprache formulieren und die Antwort in ihrer Sprache hören zu können (z.B. Kurdisch mit chinesischem Akzent). Fragen und Antworten werden als Gedächtnishilfe notiert.

Einstellung der Kamera auf dem Stativ: Die Kamera wird an einem Punkt auf Stativ fix eingerichtet, von wo zuerst die Tür und nach einem Schwenk die Antwortgruppe gut erfasst werden kann.

Inszenierung und Probe:
Jede Szene wird geprobt und nachher gleich aufgenommen. Es handelt sich um ein einfaches Solo-Chor-Wechselspiel (Frage wird vom Chor beantwortet). Der/die Fragesteller/in probt seine/ihre Frage gleich in der richtigen Handlung, d.h. er/sie kommt zur Tür herein und fragt. Auf der anderen Seite gruppiert sich die Antwortgruppe in bestimmten Posen, mit bestimmten Requisiten und reagiert auf die Frage in der Sprache der Frage.

Timing zwischen Frage und Antwort: Nach der Frage darf nicht sofort geantwortet werden. Denn die Kamera muss zuerst auf die Befragten schwenken, dann erst kann geantwortet werden. Vielleicht wäre hier ein Zeichen der Person, die die Kamera führt, günstig.

Die Aufnahme:
Auch hier muss das Timing passen. Der/die Fragesteller/in wartet vor der Tür und erhält z.B. den Ruf "Drei Sekunden!". Das Kind vor der Tür weiß, dass es in drei Sekunden eintreten kann. Unmittelbar nach dem Ruf wird der Aufnahmeknopf gedrückt. Das Kind tritt ein, stellt seine Frage. Danach schwenkt die Kamera auf die Befragten. Diese erhalten ein Zeichen, auf welches sie antworten, dann aber weiterspielen, je nachdem, was ausgemacht war. Die Aufnahme wird beendet, während die Kamera auf den Befragten bleibt. Erst nachher wird sie wieder in Ausgangsposition - d.h. auf die Tür - gerichtet, und die nächste Szene kann geprobt und aufgenommen werden.

2 Sekunden warten - dann Abschalten der Aufnahme: Auch hier ist es gut, 2 Sekunden verstreichen zu lassen, ehe abgeschaltet wird. Manche VHS-Kameras spulen nämlich bei "Stopp" ein wenig zurück, und so könnten die letzten Sekunden der Aufnahme bei einer neuerlichen Aufnahme gelöscht werden.

Laut sprechen:
Da in den meisten Fällen nur das Mikrofon auf der Kamera die Stimmen der Akteurinnen und Akteure aufnimmt und die Kamera weiter von ihnen entfernt ist als bei Tonaufnahmen, sollen die Kinder laut sprechen, damit sie deutlich verständlich sind.

Ansehen der Aufnahme:
Die Kamera wird nun an den Fernsehapparat angeschlossen. Die Aufnahme wird mindestens zweimal vorgespielt. Da hier die Thematik - d.h. die Frage - mit der jeweiligen Inszenierung eng verbunden ist, wird durch die Körperhaltung die anderssprachige Frage besonders interessant und sicherlich hinterfragt werden.

Technische Tipps zu Beleuchtung:
Eine Zusatzbeleuchtung ist nicht erforderlich, wenn das Frage stellende Kind vollständig in den Raum tritt. Bleibt es in der Tür stehen, könnte ein ungünstiger Schatten fallen. In den meisten Fällen reicht die Raumbeleuchtung. Werden Scheinwerfer eingesetzt, ist darauf zu achten, dass die die Kinder nicht frontal treffen, sondern an ihnen vorbei leuchten. Ein Tipp, um eine Person möglichst plastisch herauszuarbeiten, ist es, den Hintergrund zu beleuchten.

Erweiterungsmöglichkeiten:
Erweiterungsmöglichkeiten hängen am ehesten am pantomimischen Spiel, sprachliche Erweiterungsmöglichkeiten beim Kind, welches die Fragen in seiner Muttersprache stellt.

Der "Synchro-Workshop" (Synchronisieren von Videos)

Die Sychronisation ist ein interessantes und lustvolles Gebiet und kann praktisch bei allen filmischen Inhalten Anwendung finden. Der "Synchro-Workshop" ist ein Grundmodul mit einfachen Sprach- und Bildelementen. Originalszenen werden bereits so aufgenommen, dass sie "gut" sychronisierbar sind. Dass eigene Aufnahmen herangezogen werden, hat unter verschiedensprachigen Kindern auch gruppendynamische Momente: Ein Kind "leiht" einem anderen die eigene Stimme und die eigene Muttersprache. Plötzlich "sprechen" Kinder Sprachen, die sie nie gelernt haben, von denen sie bestenfalls drei Worte verstanden haben.
Der Workshop wird in zwei Phasen durchgeführt: Phase 1 bezieht sich auf die Szenenfindung, deren Adaptierung und Aufnahme. In der Phase 2 ist die eigentliche Synchronisation vorgesehen.

Anforderungen an Videoszenen, die synchronisiert werden sollen (Phase 1):
Um die Kinder, die letztlich ihre Kollegen/innen synchronisieren werden, nicht zu überfordern, muss bei der Wahl und Aufnahme der Videoszenen auf bestimmte Kriterien geachtet werden:

• Deutliche Gesten und eindeutige Bildsprache.
• Verlangsamte Handlung.
• Einbau von Wiederholungen.
• Längere nonverbale Passagen.
• Deutliche Intonationsgesten vor Sprechbeginn.
• Maximal 3 aktiv Sprechende.

Wenn also eine Szene von den Kindern erfunden wird, muss sie mit diesen Kriterien in Einklang gebracht werden. Mit einigen Abstrichen und Ergänzungen klappt das im Grunde bei jeder eingebrachten Szenenidee. Für die Adaptierung gilt "Weniger ist besser als mehr". Auch die Synchronisation von zwei Szenen mit jeweils drei Sätzen kann schon großes Vergnügen bereiten.

Inhalte der Szenen (Phase 1):
Es reicht ein handlungsbestimmendes Thema (keine "Und dann"-Handlung). Sprache und Aktion sollten einander die Waage halten. Optimal wäre es, wenn das Gesagte aus dem Handlungszusammenhang erkennbar ist. Damit bietet sich gleichzeitig die Möglichkeit, die Bildsprache als kommunizierendes Element einzusetzen.

Beispiele für Szenen:
In der Suppe schwimmt eine Fliege (Zwei Gäste, ein/e Kellner/in).
Zwei Freundinnen begrüßen einander.
Ein/e Reporter/in interviewt eine Person auf der Straße.
Drei Detektive beobachten eine Szene.
Ein/e Erfinder/in stellt seine/ihre Erfindung vor.
Der Schirm lässt sich nicht öffnen.
Jemand will bezahlen, kann aber die Geldbörse nicht finden.
Geister hypnotisieren die Zuseher/innen.
Zwei Personen telefonieren miteinander.


Beispiel für die Adaptierung einer Szenenidee:
Nehmen wir das Beispiel: In der Suppe schwimmt eine Fliege
Inhaltliche Idee der Kinder: Zwei Gäste entdecken eine Fliege, rufen die Kellnerin, die die Suppe nicht zurücknehmen will. Die beiden Gäste essen tatsächlich "brav" weiter.

Adaptierung:
Bevor die Fliege entdeckt wird, essen die Gäste über einen längeren Zeitraum. Wenn die Fliege entdeckt wird, ist eine eindeutige (eventuell auch überzeichnete) körperliche Reaktion nötig. Es folgt ein genau akzentuierter Schrei von Gast 1. Dann wieder Pause. Gast 2 blickt suchend nach der Kellnerin und ruft z.B. "Kellnerin, kommen Sie her!", nachdem er tief Luft geholt hat (Luftholen wäre hier das Zeichen für den Sprechbeginn). Wieder vergeht ein kurzer Moment, ehe die Kellnerin erscheint. Mit einer fragenden Miene (Zeichen für ihren Sprechbeginn) beginnt sie die Frage: "Was ist los?". Gast 1 zeigt aufgebracht auf seine Suppe, zieht die Fliege heraus, hält sie hoch und sagt: "Diese Fliege war in meiner Suppe!". Die Kellnerin nimmt die Fliege in die Hand, betrachtet sie genau, entgegnet schließlich: "Na und? Essen Sie bloß weiter!" und verlässt den Tisch. Die beiden Gäste wagen nichts zu erwidern. Vielleicht findet jetzt auch noch Gast 2 eine Fliege in seiner Suppe, entfernt sie heimlich. Die Szene endet damit, dass beide verstört und kleinlaut weiteressen.

An diesem Beispiel ist zu erkennen, dass die "Trimmung" der Szenenidee eine gewisse Geduld erfordert, bis sie umsetzbar ist. Das Beispiel besteht aus vier Sätzen (die gleichzeitig auch die Kernsätze der Handlung sind) und aus eindeutigen Tätigkeiten dazwischen, die beliebig ausbaubar und wiederholbar sind (z.B. kann sehr lange nach der Kellnerin gesucht werden).

Aufteilung in gleichsprachige Kleingruppen (Phase 1):
Jede Gruppe kann nun eine Szene übernehmen, wobei sich jeweils Kinder mit der selben Muttersprache zusammen. Sind mehr Kinder als Sprechrollen in einer Kleingruppe, können sich die Kinder ausmachen, wer zusätzlich stumme Rollen im Hintergrund übernehmen will. Die beiden Betreuungspersonen assistieren bei der Adaptierung der Szenen. Die Texte werden in verteilten Rollen notiert.

Vorgegebene Szenen als Alternative (Phase 1):
Die Betreuungspersonen sollten stets bereist adaptierte Szenen im Gepäck haben und können dabei natürlich auf die obigen Beispiele zurückgreifen. Denn nicht immer ist es einfach, in kurzer Zeit die Ideen der Kinder zu adaptieren und mit ihnen gemeinsam auf Schlüsselsätze zu reduzieren.

Aufnahme und Vorspielen der Szenen (Phase 1):
Die Szenen werden nun in adaptierter Form zunächst geprobt, wobei die Kinder ihre kurze Textpassagen bei wiederholtem Probieren bereits auswendig sprechen können. Dann wird mit der Videokamera aufgenommen, und zwar in der jeweiligen Muttersprache. Requisiten können zur Unterstützung eingesetzt werden. Nach der Aufnahme werden alle Szenen einmal vorgespielt. Dabei achten die Kinder darauf, ob sich Abweichungen zu ihren aufgeschriebenen Texten ergeben haben. Damit ist Phase 1 abgeschlossen.

Neutraler Hintergrund als Option (Phase 1):
Optimal wäre es, wenn ein großes Tuch als Hintergrund aufgespannt werden könnte. Das bündelt die Szene auf das Geschehen und hebt sie in eine andere Realität.

Übersetzung der Texte (Phase 2 oder vor Phase 2):
Wie die Übersetzung am besten erfolgt, entscheiden die Kinder gemeinsam mit den Betreuungspersonen, um ja oft nur ein Teil der Kinder zweisprachig ist und daher auch dieser Teil die Übersetzung leisten müsste. Deshalb wäre es gut, muttersprachliche Betreuungspersonen miteinzubeziehen.

Vorbereitungen zur Synchronisation - Synchro-Gruppen (Phase 2):
Jetzt bilden sich neue Kleingruppen, welche die anderssprachlichen Texte lesen bzw. sprechen werden. Dabei sollte ein Kind, wenn es zwei Sprachen spricht, auf keinen Fall sich selbst synchronisieren. Gibt es beispielsweise drei Szenen mit jeweils drei Sprechrollen, müssten sich drei neue Synchro-Gruppen mit jeweils drei Sprecher/innen bilden.

Synchro-Ablauf bei mehr als zwei Sprachen in der Gruppe (Phase 2):
Wenn mehr als zwei Sprachen vorhanden sind, ist auf eine ausgewogene Vorgangsweise zu achten. Bei beispielsweise 4 Sprachen und 2 Szenen ist es sicher unmöglich, alle Varianten in den 2 Stunden zu übersetzen und aufzunehmen (es ergäben sich dabei bereits 6 Szenen). In diesen Fällen kann mit den Kindern besprochen werden, in welche Sprachen welche Szenen übersetzt werden sollen. Die bisherigen Erfahrungen mit Synchro-Workshops sind sehr verschieden. Es hängt von der Gruppe selbst ab, wie schnell sie arbeitet oder auch davon, wie bei Sprachen, die nur von einem oder zwei Kindern gesprochen werden, vorgegangen wird.

Textprobe und Sprachaufnahme in einer Sychro-Gruppe (Phase 2):
Um das Timing für die Sprecheinsätze zu üben, werden die Aufnahme einige Male vorgespielt, dann schon mit probeweisen "Drübersprechen" in der anderen Sprache. Danach erfolgt die eigentliche Sychro-Aufnahme. Kinder, die keine Sprechrollen übernommen haben, können sich mit passenden Hindergrundsgeräuschen an der Aufnahme beteiligen.

Technische Vorbereitung der Synchro-Aufnahme (Vorphase und Phase 2):
Dieser Workshop erfordert einige Vorkenntnisse, wie "Nachvertonungen" über bestehendes Videomaterial technisch bewerkstelligt werden können. Viele Kameras und Videorekorder besitzen diese Option. Auf keinen Fall darf die Taste "Record" an der Videokamera gedrückt werden, weil dadurch auch die Videobilder gelöscht werden. Es ist anzuraten, die Szenen, die in Phase 1 aufgenommen wurden, sicherheitshalber zu kopieren. Manchmal ist es auch so, dass durch eine Nachvertonung der "alte" Originalton gelöscht wird. Durch eine Videokopie bliebe dieser auf einer eigenen Kassette erhalten.

Technischer Ablauf einer Synchro-Aufnahme mit Nachvertonungsgeräten (Phase 2):
Diese Geräte (Kamera selbst oder Videorekorder) besitzen einen Nachvertonungsmodus, der eine neuerliche Tonaufnahme über abgespieltes Bildmaterial ermöglicht. Je nach Bedienungsanleitung funktioniert das mit einem eigenen Knopf, dem eingebauten Kameramikrofon oder einem angeschlossenem externen Mikrofon.

Technischer Ablauf einer Synchro-Aufnahme am Computer (Phase 2):
Besitzt ein Computer ein Videoprogramm, ist es in den meisten Fällen ebenfalls möglich, eine neue Tonspur mit angeschlossenem externen Mikrofon aufzunehmen.

Technischer Ablauf einer Synchro-Aufnahme ohne Nachvertonungsmöglichkeit (Phase 2):
Hier ist es möglich, sich eines Tricks zu bedienen, indem das gesamte Videomaterial von einem Gerät auf ein anderes neuerlich aufgenommen wird (z.B. von Kamera auf Rekorder), allerdings nur für das Bildsignal ("Video in"). Der Ton kommt nicht vom Quellgerät, sondern von einem Audioaufnahmegerät und wird von diesem in den Rekorder geleitet ("Audio in"). Die Sache funktioniert einfach mit sogenannten "Chinch"-Anschlüssen. Bei "Scart"-Anschlüssen sind Übergangsstecker zu Chinch erforderlich.

Abspielen der sychronisierten Aufnahmen (Phase 2):
Nun wird das Ergebnis der gesamten Gruppe einige Male vorgespielt. Es werden sicher spannende Augenblicke werden, wenn "Sprachen und Stimmen" nicht mehr zu den Gesichtern passen, der Inhalt und Sinn der Aufnahme aber erhalten bleibt.

Perfektion ist zweitrangig (Phase 2):
Wichtig ist es zu betonen, dass professionelles und lippensynchrones Nachvertonen fast unmöglich ist und auch nicht Ziel dieses Workshops war. Es kann angeregt werden, dass sich die Kinder bewusst synchronisierte Filme ansehen und dabei genau auf die Lippen achten sollen. Die Stimme und Sprache, mit der ein Filmstar spricht, ist oftmals nicht die seine/ihre.

Reduktionsmöglichkeiten/Erweiterungsmöglichkeiten:
Für den Einstieg würde auch eine einzige Szene reichen. Die Ausweitung des Workshops hängt vor allem von den zeitlichen Möglichkeiten ab. Kann der Workshop öfters durchgeführt werden, können die Szenen ausgeweitet werden oder auch Originalaufnahmen aus der Fernsehen miteinbezogen werden, sofern sie den Kriterien für die Synchronisation einigermaßen gerecht werden.

Mund-Wörterbuch

Der sprechende Mund steht hier im Mittelpunkt und ist daher groß im Video- bzw. Fotobild. Bei Videoaufnahmen wird der Mund quasi zum Sprechakteur, bei Fotoaufnahmen wird die dominierende Mundstellung beim Aussprechen des Wortes bildlich festgehalten (z.B. bei Worten, die auf -mm enden, wäre dies aneinander gepresste Lippen. Überagieren ist natürlich erwünscht. Auf diese Weise kommt es zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit Artikulation und macht überdies großen Spaß.

Worte finden:
Alle Kinder in den Gruppe überlegen sich nun Worte, von denen sie die Übersetzung in die anderen Sprachen wissen (Thema Spielplatz, Schule, Familie, Verkehr, Freizeit u.s.w.). Hier wird festgelegt, welche Kinder die "Basisworte" und welche deren Übersetzungen sprechen werden.

Aufnahmestuhl und Kamera:
Gleichzeitig wird ein spezieller Stuhl eingerichtet, auf dem die Kinder bei der Aufnahme sitzen werden. Die Kamera ist von einem Stativ aus auf diesen Stuhl gerichtet.

Tipp zum Finden einer passenden Mundstellung:
Die Mundstellung ergibt sich aus dem betonten Teil des Wort (z.B. "Baden" - hier ist "ba-" die dominante Artikulation und bewirkt gleichzeitig eine typische Mundstellung mit offenem Mund und eingezogenen Lippen.
Liegt die Betonung auf der Schlusssilbe, so ergibt sich aus diesem Vokal oder Konsonanten die Mundstellung (z.B. "Kanu" - hier ist es das "-u")
Natürlich kann auch die Bedeutung des Wortes Einfluss haben. Zum Beispiel werden bei "Gespenst" die Lippen bei "-schp-" leicht nach vorne gerichtet. Diese Zischlautkombination könnte verstärkt werden.

Aufnahme der Videoszenen / Zoom auf den Mund:
Zunächst wird auch hier auf den Mund gezoomt, nachdem die Kinder am "Aufnahmestuhl" Platz genommen haben. Auch hier wäre es gut, Trennbilder (z.B. Karton "Mundwörterbuch der 4a") zu setzen, und zwar nachdem ein Wort in allen vorhandenen Sprachen aufgenommen wurde. Beim Sprechen der Worte bewegen die Kinder den Kopf nicht, damit der Mund in der Mitte des Bildes bleibt. Überartikulieren ist lustvoll und erwünscht.

Laut sprechen bei Videoaufnahmen: Da in den meisten Fällen nur das Mikrofon auf der Kamera die Stimmen der AkteurInnen aufnimmt und die Kamera weiter von ihnen entfernt ist als bei Tonaufnahmen, sollen die Kinder laut sprechen, damit sie deutlich verständlich sind.

Zwei-Sekunden-Pausen beachten: Auch hier kann es zu verzögerten Aufnahmebeginn kommen. Deshalb sollen die Kinder nicht sofort nach dem Start sprechen, sondern wieder zwei Sekunden warten. Selbiges gilt für Aufnahmeschluss: Die Kinder warten mindestens 2 Sekunden, nachdem sie gesprochen haben. Das hat auch den Effekt, dass ausnahmslos Münder auf dem Video zu sehen sind. Das erzeugt eine spezifische Ästhetik und ist lustvoll anzuschauen.

Wenn die Kinder selbst aufnehmen:
Natürlich können die Kinder die Geräte auch selbst bedienen, wenn der Bildausschnitt und das Timing genau abgeklärt sind. Sie bedienen zunächst die Zoomtaste und richten die Kamera auf dem Stativ ein, sodass der Mund groß erscheint. Wichtig ist die "Autofocus-Funktion", bei der automatisch scharf gestellt wird. Die Kinder überlegen sich Handzeichen für den Aufnahmestart und Aufnahmeschluss. Auch die Zwei-Sekunden-Pause kann durch Handzeichen vermittelt werden.

Nachbearbeitung - Ja oder Nein:
Natürlich können Videoaufnahmen am PC oder einem Schnittgerät nachbearbeitet werden. Dies ist dann sinnvoll, wenn das Video präsentiert werden soll. Die Aktion ist allerdings so konzipiert, dass sie auch ohne nachträgliche Bearbeitung auskommt, da die Aufnahmearbeit und der Gebrauch der verschiedenen Sprachen im Zentrum stehen. Für die Gruppe sind "Hopplas" meistens kein Problem, wenn jemand dadurch nicht gekränkt wird.

Erweiterungsmöglichkeiten:
Bestimmte Themengebiete können auch hier zu Wörterbuchserien zusammengefasst werden. Spannend ist es auch, das Mundwörterbuch dort anzuwenden, wo eine Darstellung oder Abbildung von besonders abstrakten Begriffen nicht mehr möglich ist (etwa "Kondition", "Weltall", "Friede".

Video-Dokumentation

Eine einfache Form des Dokumentarfilms stellt die kommentierte Dokumentation dar, in der der/die KommentatorInnen immer wieder im Bild erscheinen und per Mikrofon erklärend agieren. Die Person, die das Video sieht, fühlt sich angesprochen und wird durch das Geschehen geleitet. Auch hier ist die Wahl eines ergiebigen Themas ein wichtiger Punkt. Optimal für den Anfang sind immer Areale, die genügend Stoff bieten (z.B. Bahnhof, Fußgängerzone, Sportplatz, Party). Für kritische Themen ist hier natürlich hier der richtige Platz, da sich die Möglichkeit ergibt, aus einem bestimmten Blickwinkel heraus zu filmen und den Betrachter/ die Betrachterin "persönlich" anzusprechen und Anliegen und Forderungen auf diesem Weg zu formulieren.
Dieses Projekt erfordert eine genaue Planung sowie Kinder, die gerne verschiedene Funktionen in einem Team übernehmen.

Das Thema - "Hier&Heute":
Für einen Videoreport eignen sich alle Themen, die ausreichendes Bildmaterial versprechen und auch verschiedene Blickwinkel ("Rundherum-Filmen", außen/innen, nah-fern) und Aufnahmepositionen zulassen. Prinzipiell kann aus jeder Thematik, die Aktualität besitzt, ein Report resultieren. Die Themen werden einer genaueren Analyse unterzogen, von der man/frau annimmt, dass diese noch nicht stattgefunden hat. Anders als bei Nachrichten bildet der Report die Möglichkeit, Einzelinformationen zu strukturieren und durch einen gezielt dramaturgischen Aufbau in einen Gesamtzusammenhang zu bringen.

Beispiele für Recherche-Ideen:
Bauliche Veränderungen im Öffentlichen Raum
Wie nützen Menschen Areale (FußgängerInnenzonen, Parks)?
Besuch in einer Fabrik, in einer Firma, in einer Werkstatt
Veranstaltungen (Ausstellungen, Party, Fest, Markt, Sport, Eröffnung)
Zu Gast in einer (anderen) Schule
Hinter den Kulissen
Bericht zu aktuellen Ereignissen

Umsetzungsplan:
Zunächst bringen die Kinder ihre Ideen ein, was genau gefilmt werden und wie der Dreh vor sich gehen könnte.

Vorbereitung des Teams: Die acht Kinder des Teams übernehmen alle Funktionen, die zum Aufnehmen der Videodoku nötig sind. In der einstündigen Vorbereitungszeit einigen sie sich auf das Thema bzw. entscheiden, ob sie ein an sie herangetragenes Thema umsetzen wollen, verteilen die Funktionen untereinander und üben ihre jeweiligen Parts. Im Folgenden werden die Funktionen der Gesamtleitung, des Ablaufs, der Kameraleute, der mehrsprachigen KommentatorInnen und der Scriptführung geschrieben.

Funktion der Gesamtleitung / Projektheft (2 Kinder):
Sie haben den Projektüberblick und führen ein Projektheft, das sie bereits bei der Vorbereitung beginnen. Sie tragen ein, wer welche Funktionen übernommen hat, notieren Zeiten und Orte für die Aufnahmen sowie Recherchen zum Thema. Außerdem verfassen sie einen mehrsprachigen Infozettel.

Der mehrsprachige Infozettel:
Dieser (Eine A4-Seite gedruckt oder handgeschrieben) formuliert die wichtigsten Projektdaten nach "außen" (z.B. für Interessierte, Personen auf der Straße).

Was steht auf dem mehrsprachigen Infozettel zur Doku?
Name des Videodokumentation
Kurzbeschreibung (ein bis zwei Sätze)
Adresse der Schule bzw. der Kindergruppe
Kontakt: Email oder Telefonnummer
Erklärung, dass Aufnahmen an bestimmten Orten erforderlich sind und dass die Dokumentation keine kommerziellen Zwecke verfolgt (wichtig für eventuelle Drehgenehmigungen).

Funktion der Kameraführung (2 Kinder): Sie machen sich mit der Aufnahmetechnik vertraut.

Wichtiges zur Aufnahme:
Wie funktioniert die Kamera (Einlegen/Auswurf von Kassetten, Batterieversorgung, Ein/Aus, Aufnahmestart, Aufnahmeende, Belichtungs- und Schärfenautomatik)
Anstecken eines externen Mikrofons für KommentatorInnen (Buchse)

Aufnahmeproben / Mögliches Grundschema einer Doku-Szene:
Szenen sollten in Innenräumen oder im Schulhof einige Male durchgespielt werden. Im Bild befinden sich ja oft auch die KommentatorInnen, die über Mikrofon mit der Kamera verbunden sind.

Beispiel für ein kommentierte Doku-Szene, die auf einmal gefilmt wird:
Einleitung durch Kommentator/in.
Filmen der entsprechenden Objekte, Orte und Plätze.l
Abschluss durch Kommentator/in.

Funktion der Kommentatoren/innen (Für jede Sprache ein Kind): Für den Einstieg reichen einfache beschreibende Sätze, die in die jeweiligen Sprachen übersetzt werden.

Beispiele für Moderatoren-Texte am Beginn der Szene:
"Hier sehen Sie (seht ihr)...." / " To jest ...!"
"Guten Tag. Heute....!" / "Dzień dobry. Dzisiaj ...!"
"Das ist unglaublich ...." / To jest nieprawdopodobny ...!"

Werden zum Beispiel die Sprachen Polnisch und Deutsch in der Gruppe gesprochen, gibt es zwei ModeratorInnen, die beide auf der Seite im Videobild zu sehen sind und nacheinander sprechen und dazwischen das Mikrofon übergeben. Danach wendet sich die Kamera den Objekten zu, die "unter die Lupe" genommen werden sollen.

Beispiele für Moderatoren-Texte am Schluss der Szene:
"Das war ...." / To była ..."
"Was sagen Sie (sagt ihr) dazu ....?" / "Co by mówić na to ...?"
u.s.w.

Funktion der Scriptführung (2 Kinder):
Die Kinder führen ebenfalls ein Script-Notizheft, in dem jede aufgenommene Szene vermerkt wird.

Notizen zur Szene:
Die Szenen erhalten die Nummern (z.B.) 1A, 2A ...
Die Wiederholung einer Szene erhalten die Nummern 1B, 2B ...
Die Szene erhält eine Bezeichnung (ev. mit Kurzbeschreibung).
Vermerken des Drehorts.
Vermerken der ungefähren Länge.

Laut sprechen: Da in den meisten Fällen nur das Mikrofon auf der Kamera die Stimmen der AkteurInnen aufnimmt und die Kamera weiter von ihnen entfernt ist als bei Tonaufnahmen, sollen die Kinder laut sprechen, damit sie deutlich verständlich sind.

Zwei-Sekunden-Pausen beachten: Auch hier kann es zu verzögerten Aufnahmebeginn kommen. Deshalb sollen die KommentatorInnen nicht sofort nach dem Start sprechen, sondern wieder zwei Sekunden warten. Selbiges gilt für Aufnahmeschluss: Die KommentatorInnen warten mindestens 2 Sekunden, nachdem sie gesprochen haben.

Szenen-Rohmaterial:
Das Aufnahmematerial besteht aus einer Reihe von Szenen, die nacheinander aufgenommen wurden (1A - 2A - 3A ...), eventuell mit Szenenwiederholungen (z.B. 1A - 1B - 2A - 3A - 4A - 4B - 4C ...). Alle Szenen sind im Script-Notizheft aufgelistet, wodurch sich ein guter Überblick über das gesamte Aufnahmematerial bietet.

Aufnahme von mehrsprachigem Filmanfang bzw. Filmende:
Perfekt wird ein (Video-)Film durch eine Einleitung und einen Ausklang. Diese kann durch jeweils eigene Szenen realisiert werden, die im Nachhinein aufgenommen werden. Diese Szene können durch die KommentatorInnen gesprochen werden oder aber auch durch Einfügen von mehrsprachigen Titeln (siehe Nachbearbeitung). Diese "Randszenen" können anders als die "Innenszenen" numeriert werden (etwa R1 und R2).

Nachbearbeitung Phase 1 - Storyboard / Szenenabfolge:
Das Endprodukt ergibt sich aus der passenden Zusammenstellung der Einzelszenen, wobei die jeweils "beste Version" ausgewählt wird (z.B. 2A oder 2B?). Die vorliegende Projektbeschreibung veranschaulicht eine sehr einfache Schnittarbeit, wobei die Reihenfolge der aufgenommenen Szenen in der endgültigen Version beibehalten wird. Das gesamte Filmteam betrachtet zunächst das Rohmaterial und einigt sich auf die Szenenauswahl. Es ergibt sich zum Beispiel die Reihenfolge R1-1A-2B-3C-4A-5B-R2. Nun steht der Schnittarbeit nichts mehr im Wege.

Nachbearbeitung Phase 2 - Videoschnitt:
Die analoge Schnittarbeit wird mit zwei Videorekordern bzw. Videokamera und Videorekorder ausgeführt, wobei die ausgewählten Szenen nacheinander von Gerät 1 auf Gerät 2 überspielt werden. Mit einem "Titelgenerator" kann ein mehrsprachiger Vor- und Nachspann" (R1 bzw. R2) geschrieben werden. Bei digitaler Schnittarbeit wird das gesamte Rohmaterial in den PC eingespielt und dort mit geeigneten Videoschnittprogrammen verarbeitet. Hier bietet sich auch eine einfache Möglichkeit, einen mehrsprachigen Vor- und Nachspann zu generieren.

Nennung aller Kinder:
Im Nachspann sollten alle Mitwirkenden genannt werden. Eventuell gab es Partner oder Sponsoren, die das Projekt ideell beziehungsweise finanziell unterstützt habe, denen an dieser Stelle in beiden Sprachen gedankt werden soll.

Mehrsprachiger Episoden-Film

Hier wird ein Modell vorgestellt, wie Filmszenen in einer anderen Sprache vermittelt werden können, ohne sie mit Untertiteln zu versehen (dies wäre eine rein technische Angelegenheit und kann mit Schnittprogrammen auf PC sehr einfach selbst bewerkstelligt werden). Bevor eine Szene gezeigt wird, tritt ein/e ErzählerIn auf und beschreibt den Inhalt durch eine kurze Zusammenfassung. Das Ergebnis ist daher keine "Eins-zu-Eins-Übersetzung", aber eine ausbaubare Methode, weil praktisch zu einer Handlungsebene eine anderssprachige Erzählebene eingeführt wird.

Gemeinsames Erfinden von Szenen:
Die gesamte Gruppe erfindet maximal fünf typische Szenen mit Inhalten, die den Kindern vertraut sind.

Beispiele für alltägliche Szenen:
Ein Gespräch in der Straßenbahn.
Eine Verkaufsszene (z.B. am Markt).
Besuch im Restaurant.
Eine Schulstunde.
Ein Telefongespräch unter Freunden/Freundinnen.
Auf der Geburtstagsparty.

Zwei Gruppen - Filmteam und Team der Akteure/Akteurinnen:
Die Kinder teilen sich auf zwei Gruppen auf. das Filmteam besteht aus fünf Kindern, das Aktionsteam aus 10 bis 15 Kindern.

Das Filmteam (fünf Kinder):
Diese Kinder übernehmen die Aufnahmen. Zwei Kinder übernehmen die Aufnahmeleitung und Regie, zwei Kinder bedienen die Kamera, und ein Kind führt ein Szenenbuch.

Aufnahmeleitung und Regie (zwei Kinder):
Diese beiden Kinder schreiben die Szenen, auf die sich die Gruppe geeinigt hat, auf, tragen ein, wer welche Rollen übernommen hat, und klären ab, in welcher Sprache die einzelnen Szenen gefilmt werden sollen.

Bedienen der Kamera (zwei Kinder):
Sie machen sich mit der Aufnahmetechnik vertraut und wechseln einander beim Filmen ab.

Wichtiges zur Aufnahme:
Wie funktioniert die Kamera (Einlegen/Auswurf von Kassetten, Batterieversorgung, Ein/Aus, Aufnahmestart, Aufnahmeende, Belichtungs- und Schärfenautomatik), Beleuchtungssituation.

Szenenbuchführung (ein Kind):
Hier werden alle aufgenommenen Szenen im Szenenbuch vermerkt.

Notizen zur Szene:
Die Szenen erhalten die Nummern (z.B.) 1A, 2A ...
Die Wiederholung einer Szene erhalten die Nummern 1B, 2B ...
Die Szene erhält eine Bezeichnung (ev. mit Kurzbeschreibung).
Vermerken des Drehorts.
Vermerken der ungefähren Länge.

Das Team der Akteure/Akteurinnen (10 bis 15 Kinder):
Die Akteure/innen werden die vorher ausgewählten Szenen spielen und erzählerisch einleiten. Wenn beispielsweise vier Szenen zu spielen sind, muss geklärt werden, wer Schauspieler/in und wer Erzähler/in ist. Es könnte sich aber auch für jede Szene eine Kleingruppe zusammenfinden, in der ein Kind Erzähler/in ist und die anderen die Akteure.

Probe vor der Aufnahme:
Zunächst wird eine Szene mit den Akteurinnen und Akteuren in Sprache 1 geprobt. Der/die Erzähler/in sieht zu und überlegt sich, nachdem ihm/ihr der Inhalt vermittelt wurde, eine kurze Einleitung und einen kurzen Nachsatz in Sprache 2. Im folgendem Beispiel erscheint der/die Erzähler/in also zweimal, am Beginn und am Schluss der Szene:

Beispiel für eine Szene, in der Touristen nach dem Weg fragen:
Einleitung des/der Erzähler/in, die vor der Szene erscheint: "Einmal besuchten drei Touristen Wien und hatten sich hoffnungslos verirrt."
Der/die Erzähler/in geht ab. Die Touristengruppe blickt hilflos umher und fragt einen Passanten: "Przepraszam, jak dojść do ratusza?" Passant: "Proszę iść prosto do drugiego skrzyżowania, tam skręcić na prawo i dojść do placu. Ratusz jest po lewej stronie." Touristin: " Dziękuję panu!"
Nachsatz des/der Erzählers/in: Schließlich haben die Touristen endlich das Rathaus gefunden. Es war auf einem großen Platz.

Im Nachsatz wurden die wichtigen Inhalte der Szene zusammenfassend wiedergegeben (Wörtliche Übersetzung: Touristengruppe: " Entschuldigung, wie kommt man zum Rathaus?" Passant: " Sie gehen geradeaus bis zur zweiten Kreuzung, dann biegen sie nach rechts ab und kommen zu einem Platz. Das Rathaus ist auf der linken Seite." Touristin: "Danke, mein Herr!"). Die Sprachen - hier Deutsch und Polnisch - können dabei abwechselnd einmal Erzählsprache, einmal Szenensprache sein.

Laut sprechen: Da in den meisten Fällen nur das Mikrofon auf der Kamera die Stimmen der Akteure/innen aufnimmt und die Kamera weiter von ihnen entfernt ist als bei Tonaufnahmen, sollen die Kinder laut sprechen, damit sie deutlich verständlich sind.

Zwei-Sekunden-Pausen beachten: Auch hier kann es zu verzögertem Aufnahmebeginn kommen. Deshalb sollen die Akteure und Akteurinnen nicht sofort nach dem Start sprechen, sondern wieder zwei Sekunden warten. Selbiges gilt für Aufnahmeschluss: Die Akteure/innen warten mindestens zwei Sekunden, nachdem sie gesprochen haben.

Szenen-Rohmaterial:
Das Aufnahmematerial besteht aus einer Reihe von Szenen, die nacheinander aufgenommen wurden (1A - 2A - 3A ...), eventuell mit Szenenwiederholungen (z.B. 1A - 1B - 2A - 3A - 4A - 4B - 4C ...). Alle Szenen sind im Szenenbuch aufgelistet, wodurch sich ein guter Überblick über das gesamte Aufnahmematerial bietet.

Aufnahme von mehrsprachigem Filmanfang bzw. Filmende:
Vorspann und Nachspann können durch jeweils eigene Szenen realisiert werden, die im Nachhinein aufgenommen werden. Diese Szene können durch Kinder gesprochen werden oder aber auch durch Einfügen von mehrsprachigen Titeln (siehe Nachbearbeitung). Diese "Randszenen" können anders als die "Innenszenen" numeriert werden (etwa R1 und R2).

Nachbearbeitung Phase 1 - Storyboard / Szenenabfolge:
Das Endprodukt ergibt sich aus der passenden Zusammenstellung der Einzelszenen, wobei die jeweils "beste Version" ausgewählt wird (z.B. 2A oder 2B). Das gesamte Filmteam betrachtet zunächst das Rohmaterial und einigt sich auf die Szenenauswahl. Es ergibt sich zum Beispiel die Reihenfolge R1-1A-2B-3C-4A-5B-R2. Nun steht der Schnittarbeit nichts mehr im Wege.

Nachbearbeitung Phase 2 - Videoschnitt:
Die analoge Schnittarbeit wird mit zwei Videorekordern bzw. Videokamera und Videorekorder ausgeführt, wobei die ausgewählten Szenen nacheinander von Gerät 1 auf Gerät 2 überspielt werden. Mit einem "Titelgenerator" kann ein mehrsprachiger Vor- und Nachspann" (R1 bzw. R2) geschrieben werden. Bei digitaler Schnittarbeit wird das gesamte Rohmaterial in den PC eingespielt und dort mit geeigneten Videoschnittprogrammen verarbeitet. Hier bietet sich auch eine einfache Möglichkeit, einen mehrsprachigen Vor- und Nachspann zu generieren.

Nennung aller Kinder:
Im Nachspann sollten alle Mitwirkenden genannt werden. Eventuell gab es Partner bzw. Sponsoren, die das Projekt ideell bzw. finanziell unterstützt habe, denen an dieser Stelle in beiden Sprachen gedankt werden soll.

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Video-Projekte im Überblick

Wenn Sie sich einen kurzen Überblick über die mehrsprachigen Video-Projekte verschaffen möchten, finden Sie die nötigen Informationen für das Projekt "Begrüßungskreis" hier. Für das Projekt "Wo ist - was ist - warum ist ...? Hää ...? " ist alles Wesentliche hier zusammengefasst. Interessant könnte auch der "Synchro-Workshop" sein, das Mund-Wörterbuch oder eine Video-Dokumentation. Und schließlich gibt es noch einen Überblick über das Projekt "Epidsodenfilm"