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Autor: Dumitru, Petru.

Titel: Ein Leitfaden für Lehrer zur Durchführung gemeinschaftlicher Projekte.

Quelle: http://myeurope.eun.org/eun.org2/eun/de/myEurope_Schools/content.cfm?ov=29041&lang=de [02.07.2004]

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors.



Petru Dumitru

Ein Leitfaden für Lehrer zur Durchführung gemeinschaftlicher Projekte


Dieser Leitfaden möchte Sie über die pädagogischen und erzieherischen Vorteile von webbasierten Unterrichtsprojekten informieren.

Er bietet Lösungsvorschläge und Ideen für:

Der Leitfaden besteht aus sieben Abschnitten:

  1. Einleitung

  2. Was ist ein webbasiertes Unterrichtsprojekt?

  3. Teilnahme an einem Projekt

  4. Das eigene Projekt starten

    a) Vorbereitung
    b)
    Testphase
    c) Umsetzung

  5. Kurzzusammenfassung

  6. Anhang 1

  7. Anhang 2

1. Einleitung

Das Internet ist ein wertvolles Unterrichtsmittel. Es bringt neue Methoden in die Schulen und ermöglicht eine weltweite Vernetzung von Schulklassen. Zudem kann es als Informationsquelle für Lehr- und Lernressourcen eingesetzt werden.

Lernen mit Hilfe des Internets ist eine positive Erfahrung für Schüler, Lehrer und Eltern. Jeder am Lernprozess Beteiligte kann Ideen mit Gleichgesinnten auf der ganzen Welt austauschen und dabei lebensnahe Erfahrungen und Tipps sammeln.

2. Was ist ein webbasiertes Unterrichtsprojekt?

Für webbasierte Projekte benötigt man Computer, die ans Internet angeschlossen sind, Ideen und Engagement.

Ein Projekt ist eine kurz- oder langzeitige Aktivität, die klare Bildungsziele verfolgt. Es besteht aus verschiedensten Aufgaben und verfügt manchmal über ein eigenes Budget wie z. B. Comenius. Ein einzelner Lehrer oder ein Lehrerteam können ein Projekt starten und koordinieren. Sie sollten die Strategie, sowie einen Anfangs- und Endtermin festlegen.

Ein webbasiertes Projekt bietet die Möglichkeit, innovative Ideen in den Unterricht zu integrieren und so die Motivation der Schüler zu verbessern.

Verändert ein derartiges Projekt das Leben der Schüler?

Ein Bildungsprojekt soll die Teilnehmer dazu motivieren, sich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen, neue Onlineerfahrungen zu sammeln und den eigenen Bildungshorizont zu erweitern.

Üblicherweise ist das Ziel eines gemeinschaftlichen Projekts der Austausch von Informationen: Texte (z.B. Geschichten Aufsätze), Graphiken (z.B. Fotos, Zeichnungen, Kunstwerke), oder Informationsblätter (z.B. Daten, Analysen) als abschließende Forschungsarbeit.

Webbasierte Projekte lehren Schüler, mit lebensnahen Situationen umzugehen. Sie erlernen verschiedenste Fertigkeiten während sie Informationen sammeln: Interviewtechniken, das Auffinden einer Telefonnummer, das Führen von Telefongesprächen, etc.

Welchen pädagogischen Wert stellt ein Projekt dar?

Die Teilnahme an einem Projekt bedeutet für die Schüler gesteigerte Motivation im Lern- und Kommunikationsprozess. Sie sind mit tatsächlichen Fakten sowie mit dem Verfassen, Korrekturlesen, Editieren und Veröffentlichen von verschiedensten Texten im Internet konfrontiert.

Die Kinder stehen mit Schülern aus einer anderer Region oder einem anderen Land mit Hilfe des Internets in Kontakt. Sie achten dadurch vermehrt auf ihre Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik und Wortwahl. Die Jugendlichen setzen traditionelle oder moderne Interaktionsmethoden ein, tauschen Informationen aus und erstellen Lernressourcen für ihre Kollegen. Diese Art des Arbeitens mit neuen Medien ist darüber hinaus noch eine sichere Art das Internet einzusetzen.

3. Teilnahme an einem Projekt

Viele Experten sind sich einig, dass man zuerst bei einem bereits bestehenden Projekt mitmachen sollte. Lehrer und Schüler werden durch ihre Beiträge merken, wie sie Teil eines erfolgreichen Teams sind. Projektpartner findet man im EUN Partnerforum oder im Bereich Ausgewählte Projekte auf der myEUROPE Seite.

Viele Projekte könnten direkt für Ihren Lehrplan übernommen werden. Sie können bereits damit beginnen, die Arbeit der Schüler zu planen. Versuchen Sie auch, die anderen Lehrpersonen und den Schulleiter mit einzubeziehen und über den Fortschritt und die Erfolge des Projekts zu informieren.

Durch den Informationsfluss können in Zukunft auch Schüler anderer Klassen in verschiedenste Aktivitäten mit einbezogen werden. Die Lehrpersonen können professionelle Erfahrungen beim Einsatz von IKT sammeln.

Vor der Teilnahme an einem Projekt sollten sich die Schüler nicht nur mit der verwendeten Technik sondern auch mit dem eigentlichen Thema auseinandersetzen. Informieren Sie sich über die Anforderungen des Projekts: Altersgruppe der Schüler, Lehrplangebiete und Fremdsprache(n). Versuchen Sie das Projekt an die Anforderungen und Bedürfnisse Ihrer Schüler und Ihres Lehrplans anzupassen.

Bereiten Sie Ihre Schüler ausreichend auf den Umgang mit dem Internet vor. Beginnen Sie anschließend die Interaktionen mit den Partnern, unterstützen Sie Ihre Schüler bei technischen Problemen und versuchen Sie die Kreativität, Talente und Fertigkeiten der Jugendlichen bestmöglich zu fördern.

Teilen Sie der gesamten Gruppe Ihre Ideen, Pläne, Probleme und Herausforderungen mit. Durch diese Erfahrung können Sie schließlich Ihr eigenes Projekt starten und als koordinierende Schule für Projektpartner auftreten.

4. Das eigene Projekt starten

Ein Netzwerkprojekt ist ähnlich wie der traditionelle Unterricht: wenn man das Projekt startet, ist man für sämtliche teilnehmenden Klassen verantwortlich.

Am Beginn jedes erfolgreichen gemeinschaftlichen Projekts steht gründliche Planung. Das Projekt soll schließlich flexibel sein und die Unterschiede der verschiedensten Bildungssysteme berücksichtigen. Weiter ist es wichtig, die Bedürfnisse der Schüler zu kennen und die Ziele des Projekts festzulegen.

Der Prozess des Projektstarts besteht aus drei Phasen:

  1. Vorbereitung

  2. Testphase

  3. Umsetzung

a) Vorbereitung

Projektthema, Konzept und Ziel

Wählen Sie ein Thema und ein geeignetes Konzept aus. Der Einsatz innovativer Unterrichtsmethoden bedeutet mehr als der Nachrichtenaustausch zwischen Schülern. Wählen Sie das Projektthema gemäß der Onlineinteressen Ihrer Schüler. Der pädagogische und soziale Wert Ihres Themas sowie die Einmaligkeit machen es auch für andere Lehrer interessant.

Legen Sie spezifische Ziele fest und beschreiben Sie die Aufgaben und Aktivitäten sowie ein Abschlussprodukt, das die Schüler erarbeiten sollen.

Projektelemente

Es ist wichtig, eine kurzen, aussagekräftigen und einmaligen Namen für das Projekt zu finden. Eine Projektvorlage finden Sie in Anhang 1. Wenn Sie darüber nachdenken ein Projekt zu starten, dann füllen Sie bitte das Formular aus und geben eine kurze Zusammenfassung sowie eine Kurzbeschreibung Ihres Projekts. Machen Sie sich auch über die anderen Bereiche, die im Formular angesprochen werden Gedanken und berücksichtigen Sie vier Variablen: Niveau (Altersgruppe), Lehrplanbereich(e), Sprache(n) des Projekts und Zeitplan.

Beschreibung der Aufgabe (Unterrichtsaktivitäten, Ergebnisse)

Teilen Sie Ihr Projekt in mehrere Phasen ein, damit die Partner dem Zeitplan folgen können. Gehen Sie selbst mit gutem Beispiel voran und halten Sie den zeitlichen Rahmen ein.

Definieren Sie das gewählte Thema und erklären Sie, welchen Bezug zum Lehrplan es aufweist. Beschreiben Sie die Arbeitsaufgaben und schlagen Sie bestimmte Aktivitäten vor. In einer späteren Phase können Ihnen die Partner dabei helfen, die Aufgaben zu aktualisieren und zu vervollständigen.

b) Testphase

Testen Sie Ihre Projektidee zuerst in der Klasse und beziehen Sie erst später die anderen Klassen Ihrer Schule - oder vielleicht sogar darüber hinaus - ein.

Nach seinem Start kann das Projekt gemeinsam mit den Partnern verbessert, abgeändert oder aktualisiert werden. Beziehen Sie vor allem die Vorschläge und Bedürfnisse Ihrer Partner mit ein.

Machen Sie sich mit dem gewählten Thema und den Werkzeugen, die Sie während des Projekts verwenden, vertraut (E-Mail, Browser, Onlinecommunities).

c) Umsetzung

Kündigen Sie Ihr Projekt vier bis fünf Wochen vor dessen Start an und unterstützen Sie Ihre Kollegen mit Leitlinien. Sie können Ihre Benachrichtigung entweder in der myEUROPE Mailingliste oder in einem der EUN Foren veröffentlichen.

Ersuchen Sie Ihre Kollegen um Registrierung im Anmeldeformular, das sie an Ihre Nachricht anfügen.

Verwenden Sie zur Planung und Verwaltung der gemeinsamen Aktivitäten E-Mail oder ein EUN Community. Stellen Sie sicher, dass Sie bereits die relevanten Daten und Abgabetermine bekannt gegeben haben.

Einleitende Aktivitäten

Folgende Aktivitäten helfen der Gruppe, als Arbeitsteam zusammenzuwachsen:

Einrichten einer Mailingliste

Eröffnen Sie eine eigene Mailingliste mit Hilfe der schulischen Maileinrichtungen oder eines Gratisdienstes von z. B. Yahoo oder Microsoft . Listen Sie die Namen und E-Mail Adressen aller Teilnehmer auf. Dadurch ist sowohl ein Kontakt über Mailinglisten als auch zwischen den einzelnen Personen möglich.

Lernen Sie Ihre Partner kennen

Versenden Sie eine Nachricht, in der Sie sich und Ihre Schüler vorstellen: beschreiben Sie Ihre Schule, Ihre Klasse, Ihre Unterrichtssituation und die Interessen der Schüler. Ersuchen Sie die Gruppe um Rückmeldung - nur so können Sie gemeinsame Ziele erreichen.

Planung der Teamarbeit

Ermuntern Sie die Teilnehmer dazu, die Planungsarbeit zu beginnen. Es gibt dafür jedoch kein Patentrezept, da - wie bereits oben erwähnt - die Lehrpläne in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich gestaltet sind. Wichtig dabei ist jedoch, anerkennende Wort für den Arbeitsaufwand der Partner zu finden. Die Ergebnisse des Projekts hängen in hohen Maße von Ihren Kollegen und deren Schülern ab. Seien Sie immer kooperativ und flexibel! Lesen und beantworten Sie Ihre E-Mails täglich, seien Sie positiv, ehrlich und offen gegenüber veränderten Situationen.

Die Verteilung und Publizierung der Projektergebnisse

Der Projektkoordinator ist für die Publikation der Projektergebnisse auf einer Webseite verantwortlich.

Lassen Sie auch Ihre Schüler einige Aufgaben bewältigen. Teilen Sie sie zum Beispiel in kleine Teams ein, die eine Webseite gestalten sollen. Sie können bei der Webseite von Grund auf beginnen, Informationen veröffentlichen und sie regelmäßig aktualisieren. Es ist viel besser früh zu beginnen, anstatt alle Arbeit am Ende des Projekts zu erledigen. Die Teilnehmer werden sich dadurch auch besser am Projekt beteiligen, wenn sie merken, dass ihre Beiträge regelmäßig auf der Webseite erscheinen.

Es ist auch eine gute Idee, die Eltern regelmäßig von neuen Beiträgen auf der Webseite zu informieren. Dadurch sind die Schüler stolz auf ihre Arbeit und die Erwachsenen erkennen das Internet als Werkzeug des lebenslangen Lernens an.

Bevor Sie mit der Erstellung der Webseite beginnen, sollten Sie - gemeinsam mit Ihrem Projektteam - einen Plan aufstellen und alle Beiträge lokal organisieren. Verwenden Sie dafür eine einfache Struktur, damit die Navigation der Webseite benutzerfreundlich ist: nur durch erfolgreiche Verwaltung des Projekts erhält man zufriedene Webbesucher. Einigen Sie sich auf eine gemeinsame Sprache. Die Projektergebnisse werden allerdings häufig in zwei (oder mehr) Sprachen präsentiert.

Kontrollieren Sie die verfassten Texte und deren Grammatik, Zeichensetzung und Rechtschreibung. Ihre abschließende Arbeit sollte ein Modell für andere Schüler darstellen.

Eine moderne elektronische Veröffentlichung wie eine Webseite muss das Gleichgewicht zwischen Text, Graphiken, Farben oder Animationen finden, sowie eine einmalige Identität haben und den Besuchern gefallen. Versuchen Sie eine gute Kombination aus Effekten, Ideen und Inhalten zu finden. Seien Sie vorsichtig bei der Verwendung von Graphiken. Nehmen Sie dabei auf diejenigen Internetbenutzer Rücksicht, die über eine langsame Internetverbindung verfügen!

Testen Sie Ihre Dateien in verschiedenen Browsern wie Internet Explorer, Netscape oder Opera bevor Sie sie im Internet präsentieren. Achten Sie außerdem auf unterschiedliche Einstellungen der Benutzer. Aktualisieren Sie Ihre Beiträge wöchentlich. Das verstärkt das Interesse Ihrer Partner deren Beiträge einzureichen.

Finalisierung des Projekts: Evaluierung und Verbreitung der Ergebnisse

Die Evaluierung ist jene Phase in Ihrem Projekt, in der Sie und Ihre Partner zurückblicken und von Ihren Leistungen lernen. Hier sind einige Fragen, die Sie mit Ihren Kollegen diskutieren könnten:

5. Kurzzusammenfassung

In unserem Leitfaden haben wir Sie über den Start und die Koordination eines webbasierten Unterrichtsprojektes informiert. Das Diagramm hilft Ihnen, einen besseren Überblick über die Thematik zu gewinnen.













Vorbereitungsphase

Testphase

Projektphase


1. Definition

  • Thema

  • Konzept

  • Ziel

2. Elemente

  • Altersgruppe

  • Lehrplanbereich(e)

  • Sprache(n)

  • Zeitplan

3. Beschreibung der Aufgabenstellung

  • Unterrichtsaktivitäten

  • Ziele


1. Werkzeuge

  • Feedback

  • Überarbeitung

  • Verbesserung


1. Einführende Aktivitäten

  • Einrichten einer Mailingliste

  • Kennenlernen der Partner

2. Planung der Teamarbeit

3. Verteilung und Veröffentlichung der Ergebnisse

4. Abschließende Aktivitäten

  • Evaluierung

  • Verbreitung

6. Anhang 1

7. Anhang 2













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