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Autor: Hüser, Dietmar.

Titel: Hip-Hop und Rap in Frankreich.

Quelle: http://www.uni-saarland.de/~gg14rhah/lexikon/hiphop/hiphop.htm [12.08.2003] Saarbrücken. S. 1-9.

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors.



Dietmar Hüser

Hip-Hop und Rap in Frankreich

Inhaltsverzeichnis

Einwanderung, die Ghettos der Vorstädte, Rap und Hip-Hop 1

1. Begriffe 3

1.1 Hip-Hop / Rap 3

1.2 Fanzine 3

2. Die Geschichte des Rap in Frankreich 3

3. Wissenschaftliche Debatte / Arbeitshypothesen 4

3.1 Ausstrahlung auf die nationale Jugendkultur 5

3.2 Ein Generationen-, kein Klassenkonflikt, positive Lebenseinstellung und geringe organisatorische Verankerung 5

3.3 Gemeinsame Themen bei unterschiedlichen musikalischen Stilen 6

3.4 Die Hauptanliegen 6

3.5 Pluri-kulturelle Komposition der Rap-Formationen 7

3.6 Mehrdeutigkeit der Banlieue 7

4. Chronologie 7

5. Literatur 8

6. Glossar 8

Einwanderung, die Ghettos der Vorstädte, Rap und Hip-Hop

Seit den 80er Jahre berichten die Nachrichten des französischen Fernsehens und des Rundfunks beinahe täglich über Unzufriedenheit und Unruhen in den Trabantenstädten der Großräume Paris und Lyon. Die „Vorortproblematik“ ist zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung geworden. Inzwischen füllen Abhandlungen über Ursachen, Symptome und Verbesserungsvorschläge ganze Bibliotheken. Literarische („roman-beur“) und filmische („film-banlieue“) Ausdrucksformen des Lebens einer zweiten bzw. dritten Einwanderer-Generation in den Großsiedlungen avancierten gerade in den letzten Jahren zu einem beliebten Thema. Dagegen bleiben musikalische Verarbeitungen des Alltags mit all seinen Problemen und Hoffnungen in der wissenschaftlichen Analyse ausgespart, und dies obwohl der Rap eine sehr viel breitere, subkulturell fundierte Basis in der Banlieue verfügt und vor allem sehr viel unmittelbarer auf konkrete Schwierigkeiten und Ereignisse vor Ort reagieren kann als etwa der „roman-beur“.

Die bisherige Vernachlässigung könnte folgende Ursachen haben:

  1. Die Rap-Musik paßt schon von Auftreten und Zusammensetzung der Gruppen her nicht in gängige Interpretationsschemata einer quasi unaufhaltsamen „Amerikanisierung“ – d.h. vor allem Ethnisierung und Ghettoisierung – französischer Vorstädte.

  2. Die mangelnde historische Dimension sozialwissenschaftlicher Jugend-, Immigrations- und (Vor-)Stadtforschung behindert eine möglicher Relativierung des aktuellen Katastrophismus und einen offeneren Blick für Banlieue-Grautöne, für die „andere Banlieue“.

  3. Subkultur- und Autonomie-Anspruch, Raumverständnis und informelle Netzwerkstrukturen der Hip-Hop-Bewegung erschweren die Quellen- und Materialsuche, soll die Untersuchung über die national bekannten und produzierenden, aber nicht notwendigerweise repräsentativen Bands, hinausgehen. Dies wäre jedoch nur durch eine ausgiebige Feldforschung zu erreichen, durch Bearbeitung von Fanzines, Interviews vor Ort, etc.

Doch schon eine Auseinandersetzung mit den bekannteren Musik-Gruppen läßt auf fruchtbare Ergebnisse hoffen. Zu fragen wäre vor allem nach a) dem Rap als Komponente der nationalen Musikszene und der Absorptions- und Uniformisierungskraft der internationalen Mode-, Platten und Filmindustrie gegenüber neuen subkulturellen Stilen, b) nach der Hip-Hop-Bewegung als urbane Subkultur, c) nach Binnendifferenzierungen innerhalb der Rap-Szene, d) nach Rap-Themen und dem Selbstverständnis der Rapper innerhalb wie außerhalb der Banlieue, e) nach dem Rap als gelebte pluri-ethische Realität, f) schließlich nach dem Rap als Symbol der „anderen Banlieue“.

  1. Begriffe

    1. Hip-Hop / Rap

Die Hip-Hop-Bewegung entspricht einer urbanen Subkultur mit eigenen Initiierungsriten und Werthaltungen, mit eigener Sprache und Symbolik, mit eigenem Lebens- und Kleidungsstil. Sie entstammt mehrheitlich der Inspiration Jugendlicher aus Immigrantenfamilien an den Rändern französischer Großstädte. Besondere Ausdrucksformen sind Tanz / Breakdance, Graphik / Graffiti und Musik / Rap. Hip-Hop und Rap sind demnach keine Synonyme, stehen vielmehr in einem Über-/Unterordnungsverhältnis zueinander: Rap kennzeichnet das musikalische Standbein der Hip-Hop-Kultur. Charakteristisch ist in erster Linie ein Sprechgesang, ein skandierter Text. „To rap“ bedeutet nichts anderes als „schwatzen“, „quasseln“.

    1. Fanzine

Fanzines – hierzulande eher bekannt als Fan-Club-Organe von Fußballvereinen -sind dünne Heftchen, die von Mitgliedern der Jugendgruppen autonom hergestellt und vertrieben werden. Ganz im Sinne des Autonomie-Anspruchs der Bewegung („underground“) sind sie nicht deklariert, müssen nirgends hinterlegt werden. Sie dienen der Information der Gruppen nach innen wie auch der Selbstdarstellung nach außen und der Kommunikation mit anderen Gruppen, die – mehr oder weniger – ähnliche Werte und Stile pflegen. Der Leser- und Vertriebskreis ist von vornherein begrenzt.

  1. Die Geschichte des Rap in Frankreich

Der französische Rap steht in vielerlei musikalischen Traditionslinien. In internationaler – oder transatlantischer – Perspektive gilt es auf die 70er Jahre und die Ursprünge des Rap in den schwarzen Ghettos der Vereinigten Staaten aufmerksam zu machen. Damit verweist der Rap auf die lange Tradition musikalischer Protestformen der schwarzen amerikanischen Minderheit gegen Unterdrückung, Segregation, Rassismus, etc.

In Frankreich tauchte der Rap 1981/82 auf. Er fand Verbreitung über die gerade zugelassenen „radios libres“ mit wöchentlichen Rap-Magazinen. 1984/85 strahlte TF 1 zweiundvierzig Sendungen mit dem Titel „Hip-Hop“ aus. Erste französische Gruppen bildeten sich, orientiert an Vorbildern aus den USA. Doch verebbte die Welle rasch und fand sich durchweg als vergängliche Modeerscheinung abgetan. Seit Anfang der 90er Jahre wurden die nationalen Medien jedoch neuerlich aufmerksam, redeten nun dem möglichen Ende der „traversée du désert“ das Wort.

Die französische Rap-Szene – vor allem die aktuelle – scheint weit davon entfernt, ein pures Importprodukt zu sein. Ihre Breitenwirkung beruht nicht zuletzt darauf, daß sie sich auf eigene Traditionslinien stützen kann. Zwei sind von besonderer Bedeutung.

Einmal kann das politische Chanson („chanson engagée“) auf eine lange Geschichte verweisen, gekennzeichnet durch Konjunkturzyklen mit Höhen und Tiefen. Gilt die Zeit zwischen Mitte der 50er und Ende der 60er Jahre mit ihren „auteurs-compositeurs-interprètes“ als eine letzte Hochphase des politischen Chansons, so stehen die 70er und 80er Jahre besonders für drei Entwicklungen: a) deutliche Depolitisierung der Textinhalte, b) die Individualisierung des Musikhörens und die Pluralisierung der Musikkonzepte und -rezipienten, c) die Umkehrung des 70er Jahre-Trends zur Amerikanisierung der französischen Musikszene zugunsten eines Regenbogens internationaler, vor allem schwarzafrikanischer, nordafrikanischer und antillischer Rhythmen und Klänge in den 80ern.

Neben der Tradition des politischen Chanson in Frankreich gilt es die thematische Traditionslinie des „chanson immigrée“ bzw. des „chanson-banlieue“ hervorzuheben. Handelte es sich in den 60er Jahren zunächst um das „chanson de là-bas“ als Ausdruck nostalgischer Anwandlungen und möglicher Rückkehr, ging es der zweiten Generation schon um „son pays ici“, um Innenansichten jugendlicher „Immigranten“, die nie immigriert waren, die weder „zurück“ konnten noch wollten, die Zukunftsängste und Banlieue-Tristesse besangen, um die Politik zum Handeln zu bewegen. Der Rap setzt dort an, mit aggressiveren Grundschlägen, drastischerer Wortwahl, konkreterer Handlungsorientierung und mehr Hoffnung in die Akteure vor Ort als in die Politiker fernab. Als artikulationsfähige Sprecher einer „France du dehors“ gegenüber einer „France du dedans“ zeigen französische Rapper relevante gesellschaftliche Bruchlinien auf, und dies seit Anfang der 90er Jahre mit erheblicher Breitenwirkung.

  1. Wissenschaftliche Debatte / Arbeitshypothesen

Da bislang kaum wissenschaftliche Abhandlungen zu Hip-Hop und Rap in Frankreich existieren, kann von einer Debatte nicht die Rede sein.

Zu den eingangs als forschungsrelevant erachteten Fragen lassen sich einige Arbeitshypothesen formulieren, die es m. E. Wert sind, im breiteren Kontext sozial- und kulturwissenschaftlicher Jugend- und Vorstadtforschung diskutiert zu werden.

    1. Ausstrahlung auf die nationale Jugendkultur

Die (pre-)urbane Hip-Hop-Bewegung strahlt inzwischen ab auf die nationale Jugendkultur, wird professionell und industriell vermarktet. Die Rap-Musik ist derweil integraler Bestandteil der nationalen Musikszene. Die erfolgreichsten Rapper bedienen ein weit über die ursprüngliche Vorstadt-Klientel hinausreichendes Publikum, verkaufen ihre CDs zu 100.000en und erhalten ganz selbstverständlich höchste nationale Musikpreise. Bemäße sich Erfolg subkultureller Bewegungen eher nach deren massenkultureller Attraktivität und Ausstrahlung als an deren Kultivierung in Reinform, so müßte der Rap als sehr erfolgreich bezeichnet werden.

    1. Ein Generationen-, kein Klassenkonflikt, positive Lebenseinstellung und geringe organisatorische Verankerung

Anders als bei der kommunistischen Gegenkultur der 50er / 60er Jahre handelt es sich beim Hip-Hop um ein Generationen-, nicht um eine Klassenphänomen, um „individualismes en mouvement“, nicht um ein „mouvement collectif“. Die Bewegung weist einen äußerst geringen Organisations- und Hierarchisierungsgrad auf. Sie lehnen den Begriff „bande“ dezidiert ab, bevorzugen „famille“, „clan“, „posse“ oder „tribu“. Als lockere informelle Zusammenschlüsse gruppieren sie sich um künstlerische Pole wie „93 NTM“ im Pariser Norden oder „500 One“ im Süden. Das Raumverständnis ist eher geistig als territorialistisch geprägt und entspricht einem teilspezifischen „état d’esprit“.

Entschieden verurteilt werden Gewaltanwendung, harte Drogen und jede Form von Xenophobie und Diskriminierung. Als zentrale Werte gelten – neben der Geschlossenheit und Unteilbarkeit der Bewegung- eine positive Grundhaltung in Denken und Handeln, sich nicht unterkriegen lassen, Herausforderungen annehmen und gegen Widrigkeiten ankämpfen. Schlüsselwörter sind „authenticité“ (= Integrität des Vorgehens, Loyalität gegenüber den Werten der Vorstadt- und Straßenkultur, Konkordanz zwischen Worten und Taten) und „respect“ (= Stolz auf Kreativität und Solidarität der jungen Cité-Bewohner, im Rap ausgedrückt in extensiven Widmungs-Ritualen).

    1. Gemeinsame Themen bei unterschiedlichen musikalischen Stilen

Die französische Rap-Szene ist kein Block. Zahlreiche idealtypische Binnendifferenzierungen (vor allem Gewalt- und Politikbezug der Texte, Grad der Orientierung am Massengeschmack, Rolle der Frauen im Rap), sollten dennoch nicht den Blick dafür verstellen, daß sich die Stücke zumeist eher von Sprache und Stil als vom Gehalt her unterscheiden, daß sie aufgrund ähnlicher Banlieue-Werdegänge, Alltagserfahrungen und Wertmaßstäbe der Rapper unzählige gemeinsame Themen aufgreifen und gemeinsame Anliegen formulieren.

    1. Die Hauptanliegen

Schwerpunktthemen des Rap lassen sich um vier große Achsen herum gruppieren:

  1. Persönliche Geschichten und Probleme (Banlieue-Alltag, Polizei-Drangsalierungen, etc.),

  2. Gesellschaftliche Miseren (Graben zwischen Arm und Reich, Chancenlosigkeit der Jugend, Autoritätsverlust der Elterngeneration, Umgang mit Drogen und Aids, Medienmanipulationen, Identitätsfragen, etc.),

  3. Politische Krisen und Ereignisse (Allgemeine Politikverdrossenheit, Xenophobie, Rechtsextremismus, etc.),

  4. Erfolgversprechende Botschaften („messages“) für den Umgang mit all den Schwierigkeiten (Selbsterziehung und Bildung, Selbstbewußtsein und Stolz, positives Denken und volontaristische Grundhaltung, Streben nach persönlichem Erfolg).

Der Rap schreibt sich an der Peripherie bzw. gegenüber dem Zentrum jeweils unterschiedliche gesellschaftliche Funktionen zu. In der Banlieue selbst gilt der Rapper als sozialer Chronist und Lehrer, der Rap als Identitätsanker und autonome Ausdrucksmöglichkeit der Vorstadtjugend. Gegenüber der Gesamtgesellschaft gilt der Rapper als Banlieue-Botschafter, der Rap als handlungsorientierte Aufstiegs- und Integrationsstrategie, verspricht er doch Notorietät, Sozialprestige und Erfolg über das Viertel hinaus.

Als Situationsanalyse und Handlungsorientierung transzendiert der Rap klassische Formen französischer Assimilierung und Integration, ohne sie aber als Modell außer Kraft zu setzen. Er steht für einen prinzipiellen Integrationswunsch bei Kultivierung eines gewissen Andersseins. Er fordert einen flexibleren staatlichen Umgang – nicht seine Aufhebung – mit dem jakobinischen Integrationsmodell, das jegliche gruppenspezifische Identitätsbekundung im öffentlichen Raum als integrationshemmend untersagt.

    1. Pluri-kulturelle Komposition der Rap-Formationen

Anders als die amerikanische zeichnet sich die französische Rap-Szene durch eine ganz bewußte ethnische Durchmischung aus. Schon rein sprachlich stellt sich der Rap als in jederlei Hinsicht integratives Phänomen dar. Das „parler des cités“ mit seinen Schutz-, Identitäts- und Initiierungsmechanismen läßt sich als eine Art Soziolekt der jugendlichen Banlieue-Bevölkerung qualifizieren. Noch offensichtlicher ist die fast durchgängige pluri-kulturelle Komposition der Rap-Formationen, der Bandname „Alliance Ethnik“ kann als Programm für die gesamte Szene gelten.

    1. Mehrdeutigkeit der Banlieue

Die öffentliche Diskussion über Banlieu und Immigration birgt längst „une dimension symbolique qui transcende largement les réalités“. Medienvermittelte Stereotype steinewerfender Polizistenschrecken, schwarzer Dealer und integristischer Beurs sind Bestandteil der Realität, nicht die ganze Realität, prägen aber häufig die ganze öffentliche Wahrnehmung. Als verallgemeinerte Ausschnitte tragen sie weder der Komplexität französischer Banlieue-Siedlungen Rechnung, noch entsprechen sie dem Erleben der breiten Mehrheit ihrer Bewohner.

Es gilt die Banlieue in ihrer Mehrdeutigkeit zur Kenntnis und anzunehmen. Die vielzitierten „quartiers chauds“ sind zugleich eine junge, durchmischte und kreative Welt mit Erprobungschancen für Lösungsansätze künftiger Krisenzuspitzung. Der Black-Blanc-Beur-Alltag und -Diskurs im Rap-Milieu bietet gesamtgesellschaftlichen Anschauungsunterricht. Er kann als ein Symbol dieser „anderen Banlieue“ gelten, die positiv auf das Zentrum ausstrahlt und die komplexen Abgängigkeiten zwischen beiden veranschaulicht.

  1. Chronologie

1981/82 erste Rap-Welle in Frankreich (bis 1985/86); 1990 erster Rap-Sampler „Rapattitude“, Label „Labelle Noir“, über 40.000 Mal verkauft; 1991/92 erste national erfolgreiche Rap-bzw. Raggamuffin-CDs von I AM und Mc Solaar bzw. von Tonton David; 1992 erster nationaler Musikpreis „Victoire de la musique“ an einen Rapper: Mc Solaar; 1994 bzw. 1995 je zwei „Victoires“ an Rapper; Sept. 1995 Anstrengung eines Verfahrens von Innenminister Jean-Louis Debré gegen die Rap-Gruppe Ministère AMER wegen „Aufforderung zum Mord gegen Polizeibeamte ohne Folgen“; Nov. 1996: Verurteilung der beiden Sänger von Suprême NTM zu sechs Monaten Gefängnis (davon drei auf Bewährung) und einem halben Jahr Auftrittsverbot in Frankreich wegen „outrage à la police“.

  1. Literatur

Bazin, H.: La culture hip-hop (1995); Dufresne, D.: Yo! Révolution rap. L’histoire, les groupes, le mouvement (1992.); Lapassade, G. / Rousselot, P.: Le rap ou la fureur de dire. Essai (1990.); Louis, P. / Prinaz, L.: Skinheads, Taggers, Zulus & Co. (1990.); N.N.: Freestyle. Interviews Desse & SBG (1993); Mathis, U. (Hg.): La chanson française contemporaine, Politique, société, médias, Actes du symposium du 12 au 16 juillet 1993 (1995), S.77-89.

  1. Glossar

Mc Solaar = Claude M’Barali

Geb. 1970 in Dakar als Kind tschadischer Eltern; Jugend in Saint-Denis, Valenton, Evry und Villeneuve-Saint-Georges im Süden von Paris; Gründungsmitglied des Posse „501 Spécial Force“ Ende 1988; 1991 erste CD „Qui sème le vent récolte le tempo“, der 1994 „Prose combat“ folgte; von beiden verkauften sich bis Sept. 1995 über 1 Million Exemplare; 1992 und 1994 „Victoire de la musique“; bekanntester Vertreter des „poetischen Rap“.

I AM = Imperial Asiatic Man bzw. Invasion Arrivant de Marseille

Gründung Ende 1989 in Marseille; sechs Mitglieder mit respektiven Wurzeln in Italien, Spanien, Schwarz- und Nordafrika; 1990 Vorgruppe beim Madonna-Konzert in Bercy vor 17.000 Zuschauern; 1991 erste CD „De la planète Mars“; 1994 „Victoire de la musique“; Vertreter einer originellen Rap-Variante mit starkem Regional- und Lokalkolorit.

Suprême NTM = le Nord Transmet le Message / Nique Ta Mère

Gründung in der Cité Allende in Saint-Denis durch Joey Starr, Kool Shen, DJ Detonator S., maghrebinische, antillische und spanische Wurzeln; erfolgreichste Vertreter des Hardcore-Rap; 1995 Goldene Schallplatte für 100.000 verkaufte CDs „Paris sous les bombes“ in den ersten 6 Monaten nach Erscheinen; 1996 Gefängnisstrafe und „Berufsverbot“ für die beiden Sänger (vgl. oben).



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