| Anregungen für Diskussionsrunden in der Klasse
Bei Diskussionsrunden ist oft die Gesprächsbeteiligung zwischen Buben und Mädchen unausgewogen. Als wichtigen Bestandteil der Diskussionskultur schlagen wir daher folgende Moderationstechniken vor, die zu Beginn einer Diskussion vorgestellt werden sollten:
1. Reißverschlussprinzip
Achten Sie bei den Wortmeldungen darauf, dass abwechselnd Mädchen und Buben zu Wort kommen. Die Reihenfolge der Wortmeldungen spielt dabei nur innerhalb der jeweiligen Geschlechtergruppe eine Rolle. Es ist sinnvoll, zwei RednerInnenlisten - eine für Mädchen und eine für Buben - zu führen.
Für den Fall, dass sich kein Mädchen oder Bub gemeldet hat, geht die Diskussion trotzdem weiter. Die erste Meldung des jeweils anderen Geschlechtes setzt das Prinzip sofort wieder in Kraft!
2. Erst- vor Zweitmeldung
Um die Gesprächsbeteiligung von VielrednerInnen und 'stillen Wassern' auszugleichen, nehmen Sie Menschen, die sich zum ersten Mal zu Wort melden, vor Menschen, die schon geredet haben, dran. Das durchbricht aber nicht das Reißverschlussprinzip!
3. Gesprächsgrundsätze für LehrerInnen, um selbständige Urteilsbildung und Reflexion bei Kindern zu fördern:
Sich Zeit nehmen und geduldig zuhören.
Alle miteinbeziehen und zu Fragen herausfordern.
Für Transparenz und Ergiebigkeit des Gesprächs sorgen.
Ermutigen, auf den Gedanken der VorrednerInnen aufzubauen.
Wichtigkeit von guten Begründungen betonen.
Ermutigen, Hintergründe eigener Annahmen zu klären.
Auf deutliches Formulieren und folgerichtiges Schließen hinweisen.
Ermuntern, verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu suchen.
Impulse zu persönlicher Entscheidungsfindung geben.
Motivieren, Verantwortung für das eigene Denken und Handeln zu übernehmen.
4. Eine spannende Art, in einer Schulklasse zu diskutieren, bietet das "Fishbowl"-Prinzip:
Dabei setzen sich wenige SchülerInnen zur Diskussion im Halbkreis zusammen. Ein oder zwei Sessel bleiben frei. Das Verhältnis zwischen Mädchen und Jungen sollte dabei ausgewogen sein. Die übrigen sind vorübergehend ZuhörerInnen. Im Diskussionsverlauf macht - beispielsweise nach einer vorhin festgelegten Zeitdauer - ein Kind Platz für die oder den nächsteN ZuhörerIn und die Kinder tauschen Rolle.
|