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    Wasser

    Wasser ist das Wichtigste, was die Menschen zum Leben brauchen. Ohne Essen können wir drei Monate leben, ohne Wasser nur drei Tage.

    Weltweit haben 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Verunreinigtes Wasser bewirkt ca. 80% aller Krankheiten in der Dritten Welt.

    In den letzten 100 Jahren hat sich die Weltbevölkerung verdreifacht, der Wasserverbrauch versiebenfacht. Die verfügbare Wassermenge pro Kopf hat sich dadurch allein seit 1970 um 40% verringert. Schon jetzt leiden 1,3 Milliarden Menschen unter Trinkwassermangel.

    Sowohl im Rahmen des GATS-Abkommens (general agreement in trade of services = Allgemeines Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen) der WTO (Welthandelsorganisation) wie auch im Binnenmarkt Europa wird versucht, die öffentliche Wasserversorgung (z.B. Quellen) zu privatisieren.

    Die 'Facts About GATS'-CD sowie viele weitere Hintergrundinformationen findet ihr unter www.attac-austria.org.

    www.attac-austria.org
    Link-Liste "Wasser"


    Allgemein:

    • Der Mensch besteht zu 60% aus Wasser, ein Verlust von 15% dieser Wassermenge führt zum Tod.
    • Für die Fertigung eines Autos werden 400.000 Liter Wasser benötigt.
    • Verfügbare Menge an Süßwasser auf der Erde: 0,5%
    • Gesamtmenge Wasser auf der Erde: 1,4 Mrd. km3, davon Süßwasser 36 Millionen km3
    • 1,2 Mrd. Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.
    • 1,7 Mrd. Menschen stehen keine sanitären Einrichtungen zur Verfügung (beides zu haben ist Grundvoraussetzung für Gesundheit).
    Wasserverbrauch:
    • Die EuropäerInnen geben jährlich 11 Mrd. Euro für Eiscreme aus - 9 Mrd. Euro sind nötig, um die gesamte Weltbevölkerung mit sauberem Wasser und ausreichender Kanalisation zu versorgen.
    • Ein tropfender Wasserhahn verliert pro Stunde ca. 1 l Wasser (ca. 9.000 l Wasser in 1 Jahr).
    • Verbrauch von Wasser in österreichischen Haushalten: pro Person ca. 145 l täglich
      In Benin (Westafrika) liegt der tägliche Wasserverbrauch pro Person bei 4 l.
    • Gegenwärtig herrscht in 14 Ländern Mangel an sich erneuerndem Süßwasser, 9 davon mit rasch wachsender Bevölkerung.
    • Der menschliche Wasserverbrauch wird sich in den nächsten 30 Jahren voraussichtlich noch verdreifachen.
    • Die Industrie in Europa verbraucht doppelt soviel Wasser wie die Landwirtschaft.
    globaler Wasserverbrauch im Jahr 1680: 86 km3
    globaler Wasserverbrauch im Jahr 1900: 522 km3
    globaler Wasserverbrauch im Jahr 1980: 2120 km3
    globaler Wasserverbrauch im Jahr 2000: 2700 km3

    Wasserverbrauch in deutschen Haushalten:

    • Kochen und Trinken 3%
    • Körperpflege 6%
    • Baden, Duschen 30% (Dusche: 50 l Wasser, Vollbad: 200 l Wasser)
    • Toilettenspülung 32%
    • Gartensprengen 4%
    • Autowäsche 2%
    Nahrungsmittel:
    • Zur Herstellung von 1 kg Brot werden 1.000 l Wasser benötig.
    • Zur Herstellung von 1 kg Reis werden 5.000 l Wasser benötigt.
    • Zur Herstellung von 1 kg Fleisch werden 5.000 l Wasser benötigt.
    • 1 Mensch verbraucht für die Nahrungsaufnahme von 2.500 kcal pro Tag im Jahresdurchschnitt 260.000 l Wasser (bei vegetarischer Ernährung).
    • Zur Erzeugung 1 t Weizen werden 1 000 t Wasser benötigt.
    Grundwasserverbrauch:
    • In Folge übermässigen Grundwasserverbrauchs sinkt Bangkok (Thailand) um 5 - 10cm jährlich.
    • Der Grundwasserspiegel in Texas (USA) sinkt um 15cm jährlich.
    • Unter der nordchinesischen Ebene ('Brotkorb' des Landes) sinkt der Grundwasserspiegel um 1,5m jährlich.
    Alle südafrikanischen Frauen zusammen legen täglich für das Wasserholen das 16-fache der Strecke zurück, die der Entfernung von der Erde zum Mond entspricht.

    Südafrika: 600.000 weisse Farmer verbrauchen 60% der Wasservorräte für die Bewässerung. 15 Millionen farbige AfrikanerInnen haben keinen direkten Zugang zu Wasser.

    Handel mit Wasser:

    • Der Handel mit Trinkwasser in Flaschen wird auf ein jährliches Volumen von 22 Mrd. US-$ geschätzt.
    • Das Volumen des weltweiten Wassermarktes wird auf 800 Milliarden US-$ geschätzt.
    • SlumbewohnerInnen in Lima (Hauptstadt von Peru) zahlen für 1 m3 Wasser bis zu 3 US-$, die Reichen in den reichen Wohnvierteln ca. 30 Cent.
    Verschmutzung:
    • Killeralgen breiten sich pro Tag um ca. 4 ha im Mittelmeer aus (Schuld sind Phosphate und Nitrate, die in Düngemittel verwendet werden).
    • 1 Tropfen Öl macht 25 l Wassser ungenießbar.
    • 1g PCB (Polychloriertes Biphenyl; in Kosmetika und Pestiziden enthalten) reicht aus, um 1 Mrd. l Wasser so zu vergiften, dass darin kein Leben möglich ist.
    Sterben vor Durst:
    • 80% aller Krankheiten in den armen Ländern des Südens werden durch unsauberes Wasser verbreitet.
    • 90% der Abwässer gelangen ungeklärt in Flüsse.
    • Alle 8 Sekunden stirbt ein Kind an kontaminiertem (verseuchtem) Wasser.
    • 3 Millionen Kinder sterben jährlich an Durchfallerkrankungen (wegen verunreinigtem Wasser).
    Die Auswirkungen der Erhöhungen des Wasserpreises auf die Familien in den Entwicklungsländern können nicht oft genug betont werden. Leidtragende sind besonders die Kinder. Die Familien sind darauf angewiesen sich Wasser anders zu besorgen, kommen an verseuchtes Wasser und die Kinder werden vermehrt Seuchen ausgesetzt, die für den Tod von über 3 Millionen Kindern jährlich verantwortlich sind.

    Oft sind es die Kinder - im speziellen die Mädchen, die das Wasser von weit entfernt liegenden Quellen holen müssen, was oft zum Schulaustritt führt. Arme Familien müssen auch ihre Essenrationen verringern, um die Wasserpreise bezahlen zu können. Bezeichnender Weise hat das Kommitee der UN unleistbare Preisanstiege bei Wasser als Menschenrechtsverletzung identifiziert.

    Cochabamba (Bolivien): nachdem das Militär einem 17 jährigen protestierenden Jungen ins Gesicht geschossen hatte, realisierte sogar die Regierung, dass das Spiel vorüber war. Zwei Tage später unterzeichneten sie ein Übereinkommen, das die Stadtwasserversorgung wieder der öffentlichen Kontrolle übergab.

    Quellen und Buchempfehlungen:

    • Maude Barlow/Tony Clarke (2003): Blaues Gold - Das globale Geschäft mit dem Wasser; Kollektiv Druck-Reif; Verlag Antje Kunstmann: München
    • Vandana Shiva (2003): Der Kampf um das blaue Gold - Ursachen und Folgen der Wasserverknappung; Rotpunktverlag: Zürich

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